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Chaos als Chance: Bischof Frank Bangerter eröffnet bei der Berner Spurensuche spirituelle Perspektiven

Christkatholisch Spurensuche
Die Denkpausen über Mittag fanden jeweils dienstags in der Kirche St. Peter und Paul beim Rathaus statt. Musikalisch begleitet, boten sie Raum für ein kurzes Innehalten und bildeten eine Brücke zwischen Religion und Gesellschaft. Ein anschliessender Apéro rundete jeden Anlass stimmungsvoll ab. Foto: Christoph Knoch

Bei der zweiten Ausgabe der Berner Spurensuche 2026 in der Kirche St. Peter und Paul stand das Jahresthema «Chaos» im Zentrum einer ebenso persönlichen wie gesellschaftlichen Reflexion. Gastredner Bischof Frank Bangerter zeigte, wie christlicher Glaube Orientierung geben kann, ohne die Unordnung des Lebens vorschnell auflösen zu wollen.

Von der Redaktion

Die Berner Spurensuche versteht sich auch 2026 als Einladung zur Denkpause mitten im Alltag: Vier Mittagsveranstaltungen in der Osterzeit schlagen Brücken zwischen Kirche, Gesellschaft und Gegenwartsfragen. Unter dem Leitwort «Chaos» versammelt die Reihe in der Kirche St. Peter und Paul am Rathausplatz Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Wissenschaft und Medien, musikalisch begleitet und liturgisch eingebettet. Am 28. April gestaltete Bischof Frank Bangerter als zweiter Gast dieser traditionsreichen Reihe die halbstündige Besinnung gemeinsam mit Cellist Santiago Bernal. (pfarrblattbern.ch)

Im Filmbeitrag von Christoph Knoch wird Bangerter als ruhiger, nahbarer und zugleich pointierter Redner sichtbar. Der christkatholische Bischof nähert sich dem Thema nicht als Katastrophenszenario, sondern als Grundbedingung menschlicher Existenz: Chaos gehört zum Leben – persönlich, gesellschaftlich und spirituell. Entscheidend sei nicht die Illusion völliger Kontrolle, sondern die Fähigkeit, in Unsicherheit Sinn, Vertrauen und Verantwortung zu entwickeln. Damit knüpft Bangerter an ein Kirchenverständnis an, das nicht mit einfachen Antworten operiert, sondern Menschen im Suchprozess begleitet.

Seine Gedanken verbanden spirituelle Tradition mit gegenwärtigen Herausforderungen. Gerade in einer Zeit politischer Spannungen, sozialer Verwerfungen und individueller Überforderung könne Glaube ein Raum sein, in dem Chaos nicht verdrängt, sondern ausgehalten und verwandelt werde. Bangerter plädierte für eine Kirche, die Orientierung bietet, ohne Komplexität zu leugnen – offen, dialogisch und menschennah.

Die musikalische Begleitung durch Santiago Bernal verlieh der Veranstaltung zusätzliche Tiefe. Zwischen Wort und Klang entstand jene kontemplative Atmosphäre, welche die Berner Spurensuche seit Jahren prägt: kein hektischer Diskurs, sondern bewusstes Innehalten. So wurde auch die zweite Veranstaltung der diesjährigen Reihe zu einer Einladung, Chaos nicht nur als Bedrohung, sondern als Ausgangspunkt für neue Ordnung, Hoffnung und geistige Bewegung zu verstehen.

21. April Edith Siegenthaler 
Grossratspräsidentin des Kantons Bern 
Christine Hasler, Gitarre und Gesang 

28. April Frank Bangerter 
Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz 
Santiago Bernal, Cello

5. Mai Kathrin Altwegg 
Astrophysikerin 
Sándor Bajnai

12. Mai Stefan Reinhart 
Leiter AuslandkorrespondentInnen SRF 
Giorgio Schneeberger, Flöte 

5. Mai Kathrin Altwegg, Astrophysikerin 
Sándor Bajnai, Orgel 

12. Mai Stefan Reinhart 
Leiter AuslandkorrespondentInnen SRF 
Giorgio Schneeberger, Flöte