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Bibelwort von Simon Huber – Wo ist der lebendige Mensch?

Christkatholisch Bibelwort Diogenes Von Sinope

«Lasst euch von Gott als lebendige Steine in seinen geistlichen Tempel einbauen. So seid ihr ein lebendiges Beispiel für die Güte Gottes, denn er hat euch aus der Finsternis ins Licht gerufen.»
(1 Petrus 2,7.9)

Diogenes von Sinope (400 v. Chr.) lebte in einem Fass und liebte es, seine Athener Mitbürger zu provozieren. Als er einmal mittags bei strahlendem Sonnenschein mit einer Laterne auf dem Marktplatz unterwegs war, wobei er vornübergebeugt überall hin leuchtete, da lachten ihn die Athener aus und zeigten auf ihn. Da sie um seine scharfe Zunge wussten, wagten sich nur die mutigsten vor und fragten ihn: «Was machst du da? Bist du von Sinnen?» – «Ich suche einen Menschen», soll Diogenes lakonisch geantwortet haben. Ob die Athener seine Antwort verstanden haben?

Wo ist dieser Mensch, den schon Diogenes suchte, in unseren Tagen?
Wo ist das Ideal der Mitmenschlichkeit hin? Denn danach suchte der Philosoph auf dem Marktplatz der Waren und des Handels. Wenn Wirtschaft nur noch Geschäft und Gegengeschäft und Politik nur noch Interessenausgleich sind, egal zu welchem mitmenschlichen Preis, wo kommen wir da hin? Merken wir nicht, wie wir langsam, aber sicher in die Finsternis abgleiten?

Im Glauben aber sind wir zu einem Leben in Licht, Güte und Lebendigkeit bestimmt. So wie es in diesen Tagen die Natur vormacht, voller Lebenskraft und Helligkeit. Das ist uns bestimmt. Ob wir es ergreifen, liegt an uns. Aber dazu müssen wir uns erst als Menschen sehen lernen. Das galt für Diogenes’ Zeit, und das gilt noch heute.