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Carte Blanche: Dankbarkeit üben

Christkatholisch Carte Blanche Dankbarkeit Anna Chudozilov
Die Forschung zeigt klar, das Beten wirkt: dadurch, dass wir innehalten, ordnen, danken. Foto: Unsplash

Menschen, die regelmässig Dankbarkeit ausdrücken, berichten über mehr positive Gefühle, weniger depressive Symptome und ein messbar höheres Wohlbefinden als Vergleichsgruppen.

Wie wir auf die Welt schauen, beeinflusst also, was wir sehen und wie wir uns dabei fühlen. Belegen konnten das die Psychologen Robert A. Emmons und Michael McCullough in diversen Experimenten. Sie haben festgestellt, dass Dankbarkeit auszudrücken den Fokus verschiebt: Weg von dem, was fehlt, hin zu dem, was trägt.
Die beiden Dankbarkeitsforscher stehen mit ihrem Befund nicht allein da: Zahlreiche Studien belegen, dass Dankbarkeitsübungen zwar keine Wunder bewirken, aber konsistente und messbare Effekte auf unser Wohlbefinden haben. Dazu zählt zum Beispiel das Tagebuchschreiben – aber auch das Beten. Studien aus der Religionspsychologie zeigen nämlich, dass Gebete uns helfen, Dankbarkeit zu strukturieren und auszudrücken.
Niemand kann sicher sein, dass Gott unsere Gebete hört, gar darauf reagiert – und ja, es scheint mir ein bisschen naiv, das zu glauben. Die Forschung zeigt aber klar, das Beten wirkt: dadurch, dass wir innehalten, ordnen, danken. Uns bewusst zu machen, wofür wir dankbar sind, ist also eine Haltung, die wir pflegen können. In Tagebüchern, Gesprächen oder eben im Gebet. Hauptsache, wir bekommen regelmässig in den Blick, was gut läuft in unserem Leben, was uns Freude macht, was neben all den Herausforderungen schön und gut ist.

Anna Chudozilov