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Chorwochenende Herzberg 2026: Klangvolle Begegnung von Heimat und Barock

Christkatholisch Chorwochenende Herzberg 2026 Bearbeitet
Ein Chorwochenende auf dem Herzberg verbindet Josef Reinharts heimatliche Dialektlieder mit John Dowlands melancholischen Barockklängen. Gemeinsames Proben, winterliche Stimmung und ein Abschlusskonzert machen die Tage zu einem besonderen musikalischen Erlebnis.Foto: zVg

Rund 35 Chorsängerinnen und -sänger aus verschiedenen christkatho­lischen Chören erlernten an einem Wochenende Lieder auf Texte von Josef Reinhart sowie Kompositionen von John Dowland und anderen englischen Komponisten und sangen diese dann abwechselnd in einem abschliessenden ad-hoc Konzert.

Von René Tamsel

Josef Reinharts «Tanzliedli»

Die Chorsängerinnen und -sänger trafen gut gelaunt und voller Vorfreude auf das Musikwochenende am Freitagabend auf dem Herzberg ein. Der Herzberg ist ein Bildungszentrum auf der Staffelegg zwischen Aarau und Frick. Beatrice Voellmy, Dirigentin des Kirchen- und Gemischten Chors Magden, nahm die Teilnehmenden nach dem Abendessen mit in ein ausführliches Einsingen. Anschliessend ging es gleich zur Sache mit Josef Reinharts «Tanzliedli», komponiert 1947 für drei Stimmen: «Gygeli, Gygeli, Brootisbei! Lüpfet ‘s Fuessli, lüpfet d’ Bei! ‘S chunnt e Zyt, es chunnt e Taag, wo me se nümme lüfpe maag!». Einige wunderten sich über den ausgeprägten Solothurner Dialekt des Textes, andere staunten über die lüpfigen Melodien. Einfache Heimatlieder, die man schnell lernen kann und mit grossem Vergnügen im Chor singt.

Josef Reinhart, ein Schweizer Volksdichter aus dem frühen 20. Jahrhundert (1875–1957), mit schlichten, aber sehr einprägsamen Texten voller Heimatgefühlen und Freude an der Natur. John Dowland (1563–1626), ein «Star-Musiker» des englischen Barockzeitalters, mit melodiösen Balladen über Liebe, Treue, Trennung.

John Dowlands «Flow, my tears»

Dann ein Sprung in eine andere Sprache und eine ganz andere Zeit, Barock mit John Dowland. Zu seiner Zeit ein Star an der Laute mit seinen melodiösen, oft melancholischen Liedern wie zum Beispiel «Flow, my tears»: ‹Flow, my tears, fall from your springs! Exiled for ever, let me mourn; Where night’s black bird her sad infamy sings, there let me live forlorn’›. Ein Text voller Liebeskummer, mit einer englischen Sprache wie aus einem Shakespeare-Drama.

Dank zahlreichen hervorragenden Frauen- und Männerstimmen unter den Sängerinnen und Sängern ging das Erlernen der recht anspruchsvollen Lieder von John Dowland ganz gut voran, und auch die weniger routinierten konnten sich so gut orientieren und mit dem flotten Tempo der Einstudierung der Lieder mithalten. Bald war die Freitagabend-Probe vorbei und es gab Gelegenheit für Geselligkeit bei Kaffee, Tee oder alkoholfreiem Bier.

Schnee, Sehnsucht und Heimatklang am Herzberg

Über Nacht fiel Schnee, und am Morgen war die Welt um den Herzberg weiss. Mit Beatrice Voellmy gab es wieder ein tolles Einsingen. Nun stiess auch Andreas Meier, der Dirigent des Kirchenchors Zürich, dazu und nahm die Sängerinnen und Sänger mit auf einen weiteren John Dowland Hit: «Come again, Sweet love»: ‹Come again, sweet love doth now invite, thy graces that refrain, to do me due delights; to see, to hear, to touch, to kiss, to die with thee again in sweetest sympathy›. Wieder ein Lied über Liebeskummer, toller Barocksound. Dann übernahm wieder Beatrice Voellmy mit dem nächsten Josef-Reinhart-Lied: «S het deheim e Vogel gsunge»: ‹S het deheim e Vogel gsunge, i dr Hostet vor em Huus, ha ne welle foh mit Hände, bin em noh dur d’Hostet uus›. Wieder einfache, bildhafte Sprache, mit eingängiger Melodie eines Heimatlieds.

Die Chorsängerinnen und -sänger hatten sichtlich Spass an dem Menu aus Josef-Reinhart- und John-Dowland-Liedern. In den Pausen und beim Essen gab es Gelegenheiten, mit andern Teilnehmerinnen und Teilnehmern Kontakte zu pflegen. Nachdem weitere Lieder einstudiert worden waren, gab es am Nachmittag vor dem Auseinandergehen noch ein Schlusskonzert. Gemeinsames Singen der erlernten Lieder, ein schöner Abschluss!

Chortage 2028 in Luzern

Die nächsten christkatholischen Chortage sind am 13./14. Mai 2028 in Luzern geplant. Bis Ende 2025 haben die Chöre ihre Vorschläge für Musikwerke eingebracht. Ausserdem ist zurzeit eine Auftragskomposition durch Hanna Järveläinen, Dirigentin des Chors Möhlin, am Entstehen. Neben den neun Kirchenchören wird auch der Bistumschor voces laudis dabei sein, und alle Projektchöre werden zum Mitmachen eingeladen. Zudem ist geplant, zum gemeinsamen Musizieren einen Gastchor einzuladen.