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Dankbar sein

«Nimm dich in acht und denk nicht bei dir: Ich habe mir diesen Reichtum aus eigener Kraft und mit eigener Hand erworben. Denk vielmehr an den Herrn, deinen Gott.»

(Dtn 8,17–18a)

Oft höre ich die Bemerkung: Wenn es in der Gesellschaft wieder schlechter geht, werden auch wieder mehr Menschen in die Kirche kommen. Es ist eine grundlegende Erfahrung, dass in Zeiten des Erfolges Gott eher vergessen geht. Alles Erreichte wird dann der eigenen Leistung und dem eigenen Können zugeschrieben. Dankbarkeit hat dann keine grosse Konjunktur. 

Gott selber ist sich dessen sehr wohl bewusst. Er sieht es kommen, dass sein Volk, das er treu durch die Wüste geführt hat, es ihm nicht mehr danken wird, wenn dann erst einmal der Reichtum im gelobten Land genossen werden kann. 

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag ist für uns als Einzelne und als kirchliche und staatliche Gemeinschaft immer wieder ein guter Anlass, uns bewusst zu werden, dass es nicht nur auf uns selber ankommt. Wir können und müssen nicht alles im Griff haben. Dank, Busse und Gebet setzen unserem Machbarkeitsdenken und unseren Ängsten, zu versagen, das tiefe Vertrauen in Gott entgegen.

So können wir Gott danken, für all das, was uns einfach geschenkt wird, was uns ohne
eigene Leistung zufällt. Wir können in der Busse all das an ihn abgeben, was uns belastet, worin wir scheitern. Im Gebet können wir vertrauensvoll erfahren, dass Gott ein Grund ist, der uns in allem trägt und dessen starke Hand uns festhält, wenn wir selber nichts mehr im Griff haben.

Pfarrer Thomas Zellmeyer