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Offen begegnen, gemeinsam gestalten, Gemeinschaft erfahren: Das Familienskilager 2026 – Eine persönliche Perspektive

Christkatholisch Familienskilager 2026
Oben links: Bereit zum Warenyky zubereiten – die ukrainischen Teilnehmerinnen Nadiia, Tamara, Mariia und Oksana, Lea Palmer und Elisabeth Amstad. Oben rechts: Gemeinsames Kochen, angeleitet von ukrainischen Teilenehmerinnen. Unten rechts: Beim Spieleabend. Unten links: Lenz Kirchhofer, Christoph Schuler und Lea Palmer am Lagerfeuer beim Willkommens-Apéro. Foto: zVg

In diesem Jahr durfte ich das Familienskilager zum zweiten Mal als Hauptleiterin planen und durchführen. Das ist viel Arbeit – aber welchen Mehrwert hat das Lager für die Teilnehmenden und die Leitungspersonen? Darüber möchte ich aus meiner Sicht berichten.

Von Lea Palmer

Das Familienskilager fand 2026 von Samstag 31. Januar bis Samstag 1. Februar im christkatholischen Jugendhaus auf der Mörlialp statt. Es nahmen 10 Familien am Lager teil, weiter ein Skilehrer, ein Gast aus Madagaskar und ich. Insgesamt waren wir 35 Personen, davon 20 Erwachsene und 15 Kinder und Jugendliche. Da es nicht allen Teilnehmenden möglich war, die ganze Woche zu bleiben, variierte die Zahl der Anwesenden von Tag zu Tag. Es herrschten beste Wintersportbedingungen und der Regen setzte glücklicherweise erst am letzten Tag ein.
Wenn ich auf das Lager zurückblicke, zeigt sich sein Mehrwert für mich in drei Erfahrungsräumen:

Neues (kennen-)lernen

Jeder im Lager hat in dieser Woche etwas Neues (kennen-)gelernt. Woraus ich das schliesse? Einige Kinder besuchten die Kurse der Skischule oder verbrachten Zeit auf der Piste mit Mama und Papa. Grosse und kleine Skifahranfänger konnten von Pfarrer Christoph Schuler sein Wissen und seine Erfahrung mitnehmen.

Eine Familie erfahrener Skifahrer entschied sich, aufs Snowboard zu wechseln, und nahm mich freundlicherweise mit. Dabei habe ich nicht nur die Grundlagen des Boardfahrens gelernt, sondern auch meine Knie ganz neu kennengelernt.

Was noch?

An einem Nachmittag zeigten die ukrainischen Teilnehmerinnen ihre Kochkünste und brachten einigen Interessierten bei, wie man köstliche Warenyky zubereitet: ein ukrainisches Nationalgericht in Form von gefüllten Teigtaschen.

Auch neue Gesellschaftsspiele fanden grossen Anklang in den abendlichen Runden – und nach dem Lager landeten manche direkt in den Einkaufstaschen. Einige Teilnehmende durften ausserdem herausfinden, wie gut ukrainischer Hauswein schmeckt und dass er durchaus am nächsten Morgen Kopfschmerzen verursachen kann.

Und nicht zuletzt: Eine Woche des Zusammenlebens in einer grossen Gruppe bringt uns einander näher – oft auch uns selbst. Nicht jede Erkenntnis ist bequem, doch gerade darin liegt ihr Wert.

Kreativ werden

Im Lager gibt es viele Möglichkeiten – und manchmal auch Notwendigkeiten –, kreativ zu werden. Besonders deutlich war das beim «Bunten Abend» zu spüren und zu sehen.

An diesem Abend bereiten die Teilnehmenden in Klein- oder Familiengruppen Beiträge vor, um die anderen zu unterhalten. Für mich war dieser Abend eines der Highlights des diesjährigen Lagers.

Auf dem Programm standen: eine geführte Meditation, ein ukrainisches Lied, ein selbst erstelltes Video über «5 Arten von Skifahrern», ein Sketch mit dem Titel «Snowboardfahren in 10 Schritten», eine Bildergeschichte, vorgelesen in deutscher und russischer Sprache, ukrainische Redewendungen sowie ein Ratespiel. Alle Beiträge waren sehr unterhaltsam und es wurde viel zusammen gelacht.

Manchmal ist es aber auch nötig, kreative Lösungen zu finden. Zum Beispiel, wenn Teilnehmende die deutsche Sprache nicht sprechen und das Tagesprogramm mit Hilfe von Piktogrammen und ChatGPT zweisprachig vorbereitet wird, damit es für alle verständlich ist. Oder wenn auf dem Induktionsherd der Pudding anbrennt, dann heisst es mit anderen Zutaten kreativ zu improvisieren, um den Nachtisch doch noch zuzubereiten.

Gemeinschaft erleben

Das ist wahrscheinlich das Erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an ein Lager denkt – und das war bei diesem nicht anders.

Besonders beim Willkommens-Apéro am Lagerfeuer mit Glühwein und Punsch oder beim abendlichen Zusammensein war die Gemeinschaft zu spüren. Viele brachten sich mit ihren Ressourcen ein: Der Tontechniker betreute die Lagerdisco, der Spielekenner leitete den Spieleabend an, Pfarrer Christoph Schuler gestaltete den Gottesdienst, die ukrainischen Frauen zeigten, wie man etwas Landestypisches kocht, und noch vieles mehr!

Wenn Menschen sich offen begegnen, gemeinsam gestalten, Gemeinschaft erfahren, und von- und miteinander lernen, bleibt mehr als nur eine schöne Woche im Schnee. Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder!

Herzlichen Dank meinen Mitleitenden Antje Kirchhofer und Leila Schmidthuisen, ohne die das Lager nicht gelungen wäre. Sowie Elisabeth Amstad für ihre Hilfe in der Küche.