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Das Licht in der Finsternis

Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. 

Joh 1,5

Im spätherbstlich-winterlichen Dezember mit seinen kurzen Tagen und langen Nächten wird mir immer wieder bewusst, wie wichtig das Licht für mich ist. Das Bedürfnis nach dem Hellen und Warmleuchtenden ist dann bei mir besonders gross.

Mitten in dieses jahreszeitliche Dunkel hinein wird Jesus Christus geboren, wird Gott Mensch. Das Licht, das die Menschen erleuchtet, kommt in die Welt. Es kommt eben genau dorthin, wo Licht besonders nötig ist, in die Dunkelheit, die Finsternis dieser Welt hinein. Es kommt in eine finstere Welt, die dieses Licht nicht versteht, nicht begreift, ja geradezu abweist.

Aber erfassen hat noch andere Bedeutungen und mit den verschiedenen Wortbedeutungen spielt der Evangelist Johannes. Erfassen kann eben nicht nur «begreifen» oder «verstehen» bedeuten, sondern ebenso auch «packen» oder «überwältigen». Das Licht Gottes, das in die Welt kommt, kann also nicht und niemals ausgelöscht werden, wie gross auch immer die Mächte der Finsternis zu sein scheinen.

Gott selber ist dieses unauslöschliche Licht, das in der Finsternis leuchtet. Gottes Licht gelangt auch in die dunklen Ecken unseres Lebens. Es leuchtet in unsere Depressionen und in unsere tiefste Verzweiflung. Es leuchtet dort, wo wir mit unserem Leben nicht mehr zu Rande kommen. Es leuchtet in die Finsternis von Einsamkeit und Krankheit.

Das ist das grosse Wunder von Weihnachten: Mitten in der Nacht und Finsternis unseres Lebens scheint das Licht Gottes auf. Und dieses Licht wird nie erlöschen.

Thomas Zellmeyer