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Die Predigt hören, wenn man Zeit hat

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Christkatholische Audiopredigten

Welches ist die für mich als medizinischen Laien verständlichste und am einfachsten zugängliche Information über das Coronavirus, die trotzdem zuverlässig und auf der Höhe der aktuellen Forschung ist? Für viele Menschen ist es das Corona-Update von Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité. Es handelt sich dabei um einen Podcast – und Podcasts sind ein Medium, das gerade einen Boom erlebt. Auch in den Kirchen. Die Idee hinter Podcasts ist alt, die Verbreitung ist neu. Und neu ist vor allem die riesige Vielfalt.

Ein Podcast ist eine Art Radiosendung zum Abonnieren. Ich selbst habe zum Beispiel das «Echo der Zeit» von Radio SRF abonniert: Jeden Abend lädt mein Mobiltelefon automatisch die aktuelle Sendung herunter, und ich kann sie anhören, wann ich will. Doch man muss keine Radiostation sein, um einen Podcast anzubieten. Wer Tondokumente aufnehmen kann und Zugang zum Internet hat, kann einen Podcast anbieten.

Aus der Not geboren

Als Mitte März der Bundesrat das Veranstaltungsverbot erlassen hat, da hat eine Gruppe von Geistlichen einen Podcast aus der Taufe gehoben: die christkatholischen Audiopredigten. Zweimal pro Woche nimmt jemand aus der Gruppe eine Art Radiosendung auf: eine Bibellesung, eine Betrachtung dazu, ein Gebet, dann hängen wir noch ein passendes Orgelstück dran – fertig ist die Audiopredigt. Und weil das ganze als Podcast veröffentlicht wird, kann man die Audiopredigten abonnieren. Jeden Sonntag und Donnerstag gibt es eine neue Audiopredigt auf Deutsch, am Sonntag zusätzlich eine auf Französisch. Da die Kirche in der Verkündigung der frohen Botschaft immer stark das gesprochene Wort betont hat, nicht nur das geschriebene Wort, ist ein Podcast eine gute Form. Auch andere Kirchen setzen auf diese Form, über den Glauben zu reden. Die evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Zürich hat vor ungefähr einem halben Jahr das «Reflab» eingerichtet, ein Online-Angebot mit einer Reihe verschiedener Podcasts – Predigten, Eindrücke aus dem kirchlichen Alltag hier und anderswo, theologische Gespräche und vieles mehr.

Doch eigentlich ist die Idee viel älter als die technische Möglichkeit des Podcasts: Die Telebibel setzt schon seit Jahrzehnten auf Schriftlesungen und kurze Betrachtungen zum Anhören – jeden Tag, per Telefon. In Zürich, Bern, Basel und Luzern sind christkatholische Geistliche an der ökumenischen Telebibel beteiligt. Und die Telebibel geht mit der Zeit: Natürlich kann man heutzutage diese Beiträge nicht nur per Telefon hören, sondern auch als Podcast abonnieren. Die christkatholische Kirche konnte für die neuen Audiopredigten von dieser langjährigen Erfahrung profitieren. Und so kann, wer mit Podcast nichts anfangen kann, auch für die christkatholischen Audiopredigten zum guten alten Telefon greifen. Als Podcast abonnieren, über die Webseite am Computer anhören, oder per Telefon: Das Audiopredigt-Team freut sich, wenn Sie reinhören. Wie eingangs gesagt: Die Podcast-Welt ist vielfältig, und neben vielen Perlen findet man auch viel, wofür die Zeit zum Anhören eigentlich zu schade ist – nicht anders als bei jedem Medium. Wir hoffen, als christkatholische Kirche eine kleine, aber feine Perle beitragen zu können.

Adrian Suter