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Ein Kamel als Brückenbauer – eine Buchbesprechung

Wenn (Weihnachts-)Wunder geschehen: Als der Zürcher Fraumünster-Pfarrer und belesene Prediger Niklaus Peter vor zwei Jahren im «Das Magazin» – der intellektuellen Beilage des Tages-Anzeigers –  zu Christi Geburt, Glauben und Ethik befragt wurde, lösten seine unakademischen aber fundierten Antworten auf Lebensfragen ein grandioses, unerwartetes Echo aus. Seither ist Niklaus Peter vierzehntäglicher Gastschreiber. Vierzig seiner best-of-best-Kolumnen sind jetzt im Band «Schachfigur – oder Schachspieler» zusammengefasst. Seine «Denkmodelle und Spielzüge aus den Feldern des Lebens und der Religion», so der Untertitel, sind nicht «frömmelig», dafür klug und lebensnah. Lesevergnüglich auch und sinnig. So gelesen im Kapitel «Religion mit Sauce», in dem er vorschlägt, den Glauben als Nahrung für die Seele zu würzen.  Oder er zitiert die Anekdote von der Nützlichkeit eines Kamels bei einer Erbteilung, um gleich eine philosophische Brücke zum christlichen Glaubensbekenntnis zu schlagen. Auch wenn Peter Witze als «humorvolle Büchsenöffner» zum Einstieg einer Rede oder Predigt beschreibt, findet er immer zurück zum Gebet, zur Orientierung, zur Ruhe, zur Nähe und zur Spiritualität. Kein Text verharrt beim Kichern. Man spürt: Niklaus Peter ist ein menschenliebender Seelsorger, dem es, wie er sagt, mit dem Buch «um christliche Kommunikation» geht.

Monique Henrich
Schachfigur – oder Schachspieler, Niklaus Peter, Radius Verlag, 104 Seiten, Fr. 18.–.