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Ein Stern weist uns den Weg – Gedanken zu Weihnachten: Weihnachten – ein Moment des Innehaltens und des Teilens

Christkatholisch Weihnachtsbotschaft Praesident Synodalrat Franz Peter Murbach
«Weihnachten – das Fest der Schöpfung des Lebens, der Entstehung einer Botschaft der Hoffnung, des Friedens und der Liebe.» Franz Peter Murbach, Foto: zVg

Wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, lade ich Sie ein, einen Augenblick innezuhalten. Weihnachten ist für mich mehr als ein Fest der Lichter und Lieder – es ist eine Zeit, um durchzuatmen, Dankbarkeit zu spüren und Wärme zu teilen. Inmitten der Hektik möchte ich daran erinnern, dass die Botschaft von Weihnachten uns auffordert, füreinander da zu sein, besonders für jene, die einsam sind oder in schwierigen Verhältnissen leben. Gemeinsam können wir dem Leben mit Hoffnung, Liebe und Glauben begegnen.

Von Franz Peter Murbach, Präsident des Synodalrats

Weihnachten steht vor der Tür, wieder einmal kündigt sich ein turbulentes Jahresende an, und mit ihm die Karawane, die wir bereits mit Zielen für das kommende Jahr überladen, von denen einige die Fortsetzung von Vorhaben sind, die wir bereits 2025 abschliessen wollten, ohne dies jedoch erreicht zu haben. Für viele ist diese Zeit zweifellos die stressigste. Wir bemühen uns, das Jahr abzuschliessen, als gäbe es kein Morgen, wir versuchen, alles festzuhalten, Spuren zu hinterlassen, reinen Tisch zu machen, und schon denken wir darüber nach, wie wir das kommende Jahr besser in Angriff nehmen können. Haben wir durch unsere Flucht nach vorne und das Überspringen von Etappen erneut versucht, uns zu viel aufzubürden? Beugen wir uns unter der Last der gemachten, aber nicht eingehaltenen Versprechen? Ein ewiger Neuanfang? Ich persönlich hatte bisher noch nie die Ehre und das Vergnügen, hier eine Weihnachtsbotschaft zu schreiben. Bei genauerer Betrachtung ist es also nie Routine, jeder Zyklus ist eine Reise ins Neue.

Der Stern, der uns zum Wesentlichen führt

Weihnachten bedeutet Augen voller Sterne. Ein Komet, der die Ankunft des Jesuskindes ankündigt, der die Heiligen Drei Könige zu der Reise ihres Lebens einlädt, der Menschen aus allen Bereichen ermutigt, sich auf die Demut der Begegnung einzulassen. Dieser Stern kehrt manchmal zurück, um uns zu besuchen, lädt uns zum Träumen und zur kreativen Fantasie ein. Manchmal erinnert er mich an den kleinen Prinzen von Saint-Exupéry oder an das riesige Teilchenbeschleunigerprojekt des Europäischen Zentrums für Kernforschung, wo Zeit, Raum und Materie an die Grenzen des menschlichen Verständnisses stossen.

Einfachheit als Quelle der Freude

Weihnachten ist das Fest eines freudigen Ereignisses, einer für uns wesentlichen Geburt. Das Fest der Schöpfung des Lebens, der Entstehung einer Botschaft der Hoffnung, des Friedens und der Liebe. Weihnachten als Bezugspunkt. Nicht das Ende einer Reise, sondern eine Etappe auf unserem Weg. Der Moment, um durchzuatmen, seinen Nächsten anzuerkennen und willkommen zu heissen, zu danken, zu loben und zu schützen. Teilen, geben und empfangen, lachen und sich freuen – all das sind Handlungen und Gefühle, die für diejenigen, die in einem solidarischen und einladenden sozialen Umfeld leben, selbstverständlich zu sein scheinen. Aber was ist mit den Menschen, die allein sind, mit den Haushalten, die unterhalb oder an der Grenze zum Existenzminimum leben, von denen ein grosser Teil Kinder und Frauen sind, mit all denen, die leiden?

Weihnachten einmal anders… Das göttliche Beispiel hat die Zeiten überdauert: Maria, unterstützt von Josef, brachte Jesus in einem einfachen Stall zur Welt. Es ist auch diese Geste der Gastfreundschaft eines Wirtspaares, das von der Nachfrage überwältigt war, und diese Gesten des Teilens und der Unterstützung durch die Hirten, bescheidene Mitglieder der örtlichen Gemeinschaft. Weihnachten zu leben, bedeutet auch, in unseren Kirchgemeinden allen einsamen Menschen einen Moment der gemeinschaftlichen Wärme zu schenken. Sicherlich mögen Empathie und Solidarität als Begriffe selbstverständlich und langweilig erscheinen, weil sie so oft wiederholt werden. Dennoch Bereitschaft zeigen und uns für Inklusion einzusetzen, bringt uns dazu, unsere Komfortzone zu verlassen. Ist das nicht unser Schicksal?

Weihnachten leben – mit Herz, Offenheit und Mitgefühl

Weihnachten als Chance für unsere Kirchgemeinden, für unsere Christkatholische Kirche, überall wo sie sich befindet. Weihnachten wird mit Freude gefeiert, ein besonderer Moment, der Generationen verbindet, in dem wir voller Begeisterung Weihnachtslieder singen. Oft beginnt es mit dem Samichlaus. Die Krippe wird in der Kirche aufgestellt. Als Abbild unserer Vielfalt in unserer Identität nehmen diese Darstellungen der Geburt Christi die unterschiedlichsten Formen an. Santons aus der Provence, Holzskulpturen, Strohpuppen, reich oder schlicht, riesig oder winzig… und manchmal sogar lebende Krippen. Und vergessen wir nicht den Weihnachtsbaum und den Adventskranz. Die Vorbereitung auf Weihnachten in unseren Häusern und Kirchen ist ein wichtiger Moment in unseren Familien, unseren Lebensgemeinschaften, unseren Kirchgemeinden. Auch Geschichten haben ihren Platz. Kerze für Kerze führen uns die Adventssonntage zur Weihnachtsnacht.

Weihnachten bedeutet innezuhalten, zur Ruhe zu kommen, zuzuhören und zu teilen. Sich erholen, bevor man sich wieder auf den Weg macht. Denn nach Weihnachten werden sich die Ereignisse (wieder) überschlagen, wie im Evangelium. Die Heiligen Drei Könige kommen nach Bethlehem und huldigen dem neugeborenen Sohn Gottes, dann flieht die Heilige Familie nach Ägypten, um dem mörderischen Wahnsinn des Königs Herodes zu entkommen… Das Leben wird seinen Lauf nehmen. Es liegt an uns, diesem Ablauf ein wenig Menschlichkeit und Glauben hinzuzufügen, um etwas zu bewegen.

Im Namen des Synodalrats wünsche ich Ihnen von Herzen frohe Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2026.