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Ist Gott in den sozialen Netzwerken vertreten? – Wenn junge Menschen online nach dem Heiligen suchen

Christkathollisch Gott Soziale Netzwerke Aurelie Ethuin Lanoy Unsplash
«Die Kirche wird für junge Menschen manchmal als Ort der Verurteilung und der Zwänge wahrgenommen, während die digitale Welt die Freiheit bietet.» Aurélie Ethuin-Lanoy, Foto: Unsplash

Die Frage mag provokativ, fast unpassend erscheinen: Kann man sich Gott wirklich auf Instagram, TikTok oder YouTube vorstellen? Dennoch spiegelt sie eine immer offensichtlicher werdende Realität wider: Während junge ­Menschen traditionelle Kultstätten meiden, bleiben sie verbunden, aufmerksam und manchmal sogar begeistert von spirituellen Inhalten, die online verbreitet werden.

Von Aurélie Ethuin-Lanoy

Ein Priester, ein buddhistischer Mönch, eine christliche Dichterin, die Verse aus dem Evangelium vorträgt, finden sich sehr oft in den sozialen Netzwerken unserer Jugendlichen wieder. Diese heute alltäglichen Szenen veranschaulichen einen tiefgreifenden Wandel. Die jungen Generationen wenden sich von den traditionellen Orten der Religion – Kirchen, Tempel, Moscheen, Synagogen – ab, aber sie haben nicht aufgehört, nach Sinn zu suchen. Sie tun dies einfach woanders: auf YouTube, TikTok, Instagram, in Podcasts oder Foren.

Soziale Netzwerke sind für viele zu spirituellen Orten geworden. Sie haben weder den Duft von Weihrauch noch die Stille von Kirchen oder die Wärme einer betenden Gemeinde. Aber sie bieten einen Raum, in dem der Glaube, die innere Suche, das Streben nach Transzendenz einen unerwarteten Weg finden. Kann man also wirklich sagen, dass Gott in den sozialen Netzwerken zu finden ist?

Ein Rückzug des Glaubens aus den Institutionen

Die Zahlen sprechen für sich. In den meisten westlichen Ländern ist die Religionsausübung junger Menschen seit mehreren Jahrzehnten rückläufig. Der religiöse Rückgang ist bei jungen Erwachsenen besonders ausgeprägt: In mehreren Ländern gibt mehr als die Hälfte der 16- bis 30-Jährigen an, keiner Religion anzugehören. In der Schweiz bestätigen die Daten des Bundesamtes für Statistik diesen Trend: Die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hat mit rund 41% den höchsten Anteil an Menschen ohne Religionszugehörigkeit. Auch die wöchentliche Religionsausübung ist gering: Nur 6% der 15- bis 24-Jährigen besuchen mindestens einmal pro Woche einen Gottesdienst.

Lesen Sie den ganzen Artikel in unserer Zeitschrift «Christkatholisch».