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Helvetia predigt!

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Mit der ökumenischen Aktion «Helvetia predigt!» werden reformierte Kirchgemeinden, christkatholische und katholische Pfarreien dazu aufgerufen, die Sonntagspredigt am 1. August 2021 Frauen zu übertragen. An diesem Tag feiert die Schweiz Geburtstag und im 2021 einen ganz besonderen, denn wir würdigen «50 Jahre Frauenstimmrecht in der Schweiz». Es stehen je nach Region und Konfession bald gleichviele Frauen wie Männer im Dienst der Kirche.

Was sich für Gläubige in den Bistümer St. Gallen, Basel und teilweise im Bistum Chur ganz normal anfühlt, ist in der weltweiten katholischen Kirche nicht selbstverständlich: Dass nicht-geweihte Theolog:innen regelmässig die Sonntagspredigt im Gottesdienst halten. Kirchenrechtlich gesehen ist die Predigt (Homilie) während einer Eucharistiefeier den Priestern und Diakonen, also den geweihten Männern vorbehalten. In der römisch-katholischen Kirche bleibt Frauen allein wegen des Geschlechts der Zugang zu diversen Ämtern verwehrt. In der reformierten Kirche sind Frauen seit 102 Jahren im Pfarramt aktiv, wie eine historische Analyse zeigt.

Immer mehr Bischöfe beauftragen aber auch Männer und Frauen, die Theologie studiert haben, jedoch nicht geweiht sind, die Predigt zu halten. Das Kirchenrecht sieht diese Möglichkeit in Ausnahmefällen vor. Die Bischöfe von Basel und St. Gallen haben unlängst öffentlich Kund getan, dass in ihren Bistümern die so genannte Laienpredigt nicht nur toleriert, sondern erwünscht ist. In den Bistümern Basel und St. Gallen, aber auch in vielen Kirchgemeinden anderer Bistümer, legen Frauen seit Jahrzehnten die Bibel aus. Frauen sind im kirchlichen Alltagsleben gar nicht mehr wegzudenken, Direktiven aus dem Vatikan hin oder her. Der Frauenbund verlange mit «Helvetia predigt!» nichts, das nicht schon gelebt würde, sagt Silvia Huber, SKF-Beauftragte für Theologie.

«Wir wollen den Frauen mehr Sichtbarkeit verleihen. Als ausgebildete Theologinnen können sie die Bibeltexte genauso gut auslegen wie Männer.»

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