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«Du bist von Gott geliebt» (Daniel 9,23) – Jahreslosung der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Bibellesen (ÖAB) für 2029

Christkatholisch Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Bibellesen (ÖAB) 2029
Bei der Versammlung der ÖAB Ende März in Berlin traf ich auf dreissig sehr unterschiedliche Menschen von jung bis alt, aus verschiedenen Gruppierungen und kirchlichen Gemeinschaften. Im Bild, hintere Reihe, zweiter von Links: Winfried Bader von der Christkatholischen Kirche Luzern. Fotos: zVg

In den Kirchen der Reformation sind sie wichtiger, die Einzelsätze aus der Bibel, die als Losungen bezeichnet werden. Doch ausgesucht und gewählt werden sie seit vielen Jahren ökumenisch. Winfried Bader, Geschäftsführer der Schweizer Bibelgesellschaft und Christkatholik, war dabei.

Von Winfried Bader

Den ökumenischen Bibelleseplan der ÖAB, mit dem man in überschaubaren täglichen Textportionen in vier Jahren durch das Neue Testament und in acht Jahren durch das Erste Testament lesen kann, kenne ich schon lange. Die dazugehörige Jahreslosung stellt jeweils das Jahr unter einen besonderen Leitsatz. Wie es aber zu dieser Jahreslosung kommt, wusste ich nicht. So war ich aufgeregt und gespannt, dass ich erstmals bei der Auswahl dabei sein durfte.

Wer ist an der Auswahl beteiligt?

Bei der Versammlung der ÖAB Ende März in Berlin traf ich auf dreissig sehr unterschiedliche Menschen von jung bis alt, aus verschiedenen Gruppierungen und kirchlichen Gemeinschaften, die alle eines gemeinsam hatten: ein grosses und sympathisches Interesse an der Bibel als Wort Gottes sowie eine profunde Bibelkenntnis. Es machte Freude, in dem Kreis dieser dreissig Delegierten zu diskutierten.

Woher kommen die Vorschläge?

Vorschläge für die Jahreslosung können alle Mitglieder machen. Sie müssen aus den Bibeltexten stammen, die im entsprechenden Jahr im Leseplan vorkommen. Besonders Jugendliche sind eingeladen, sich zu beteiligen. Für die Schweiz hat PD Dr. An­dreas Losch, reformierter Pfarrer in Heimberg BE, seine Konfirmationsgruppe eingespannt und die Bibelsprüche seiner Jugendlichen nach Berlin geschickt.

Nicht gelost sondern ausdiskutiert

In vier Kleingruppen wurden aus den eingereichten ca. fünfzig Vorschlägen zwei Favoriten ausgewählt und ins Plenum gebracht. Um Favorit zu werden, muss ein Spruch eine Aussagekraft für verschiedene Menschen in ihrer heutigen Situation haben. Aber auch der biblische Kontext muss ansprechend sein. Die Diskussion im Plenum war von tiefer Spiritualität geprägt. Überraschend, wie sich die Jugendlichen einbrachten und die Tiefe der Sprüche ausloteten. Nach einem gemeinsamen Gesang um den Beistand des Heiligen Geistes war die Endabstimmung über die zwei Topfavoriten eindeutig: Mit 27 zu 3 wurde für 2029 die hundertste Jahreslosung gewählt.

Was geschieht damit?

Otto Riethmüller, Präses der weiblichen evangelischen Jugend, hatte 1930 seinen Mädchen erstmals einen Leitsatz für das Jahr gegeben und diesen «Jahreslosung» genannt. Heute können kirchliche Gruppen und Kirchgemeinden sich danach ausrichten. Ich hoffe, dass der Heilige Geist, der bei der Auswahl zugegen war, dabei zum Wirken kommt.