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Nomen est omen: Dorothea von Caesarea – Nothelferin, Märtyrerin und Geschenk Gottes

Christkatholisch Nomen Est Omen Dorothea
«Für den Tag der Heiligen Dorothea» von Herbert James Draper ist ein Gemälde, das wahrscheinlich an den Festtag der Heiligen Dorothea erinnert. Drapers Verwendung klassischer Themen und romantischer Stilrichtungen weckt eine Verbindung zu religiösen und kulturellen Traditionen. Foto: Alamy

Zusammen mit den Heiligen Barbara, Margareta und Katharina zählt auch die heilige Dorothea zu den «heiligen Mädchen», «Virgines Capitales», zu den Nothelferinnen, die bei vielerlei Gefahren angerufen werden. Verschiedene Legenden berichten, wie sie standhaft, trotz aller Bedrohungen, am christlichen Glauben festhielten – so sollten sie für alle Wankelmütigen ein Beispiel sein, die christlichen Werte nicht zu verraten.

Von Niklas Raggenbass

Die Christenverfolgung wurde unter Kaiser Diokletian immer unerträglicher, so dass auch der römische Senator Dorus und seine Frau Thea die Stadt Rom verliessen. Sie fanden in Cäsarea in Kappadokien, dem heutigen Kayeri in der Türkei, ein neues Zuhause. Dort kam ihre Tochter Dorothea um 290 n. Chr. zur Welt. Sie tauften das Kind und gaben ihm den Namen, der sich aus den elterlichen Namen Dorus und Thea zusammensetzt. Dorothea heisst übersetzt Geschenk Gottes.

Schön und schlagfertig

Die junge Dorothea muss auffallend schön und schlagfertig gewesen sein. Es wundert daher nicht, dass der Statthalter der Provinz, Fabricius, sie heiraten wollte. Sie jedoch lehnte ab und liess ihm ausrichten, dass sie einzig Christus gehöre. Fabricius brachte sie wutentbrannt vor Gericht. Dorothea wurde aufgefordert, ihren Glauben zu widerrufen. Auch mittels brutalsten Mitteln und unglaublichen Folterungen ist es jedoch nicht gelungen, sie umzustimmen. Dorothea sagte ihren Peinigern, sie wolle sich im Garten von Jesus Rosen und Äpfel brechen. Darauf rief ihr der Gerichtsschreiber Theophilus höhnisch zu: «Wenn du zu deinem Gemahl in den Garten kommst, so schicke mir doch von den schönen Rosen und süssen Äpfeln welche zu!» Als Dorothea dann, zum Tod durch das Schwert verurteilt, an der Richtstätte war, kam ein goldlockiger Knabe mit einem Korb voller Rosen und Äpfel vorbei. Dorothea schickte ihn zu Theophilus, neigte sich und wurde enthauptet.

Heiligenlegenden: die heutigen Comics

Wir wissen von Dorotheas Leben nur durch Legendensammlungen, doch ob sie wirklich gelebt hat, ist nicht sicher. Daher wollten eifrige Historiker sie schon aus dem Heiligenkalender streichen. Doch da Dorothea zu den beliebstesten Heiligen gehörte und bei vielen Problemen angerufen wurde, erhielt sie so etwas wie ein Eigenleben. Der Kirchenvater Hieronymus verfasste um 400 n. Chr. neben einer der ersten Bibelübersetzung ins Lateinische auch eine Sammlung von Heiligengeschichten. Diese Legenden waren damals etwa das, was heute die Comics sind. Sie wollen zeigen, wie man sich in einer Welt voller Kriege und Machtkämpfe auf die richtige Weise behaupten kann. Martyrium heisst: Nicht aufgeben, an das Gute zu glauben und sich für die menschliche Würde einsetzen. Unter Umständen auch um den Preis des eigenen Lebens. Die Legenden wollen das Paradoxe dabei zeigen und erklären, dass man damit nicht verliert, sondern sein Leben neu gewinnt. Ein Leben, das sich wie eine Rose im Paradies öffnet. So gehört der Korb mit Äpfeln und Rosen aus der Legende zu den Symbolen der heiligen Dorothea.