Ökumene – eine christkatholische Disziplin per se – Ökumene ist wichtiger denn je
Das Ökumenische Institut Luzern hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Aufgrund von Sparmassnahmen des Kantons schien die Weiterführung gefährdet. Inzwischen gibt es gegenteilige Pläne: es könnte sogar ausgebaut werden. Die christkatholische Kirchgemeinde war an diesem Prozess hautnah beteiligt.
Von Adrian Suter
Was sind die besonderen Stärken des Ökumenischen Instituts Luzern? Die gemischte Arbeitsgruppe mit Mitgliedern des Stiftungsrates, der Institutsrates und der Theologischen Fakultät war sich einig: Seit Prof. Nicola Ottiger vor fünf Jahren die Leitung des Ökumenischen Instituts übernommen hat, ist der Theorie-Praxis-Bezug zur grössten Stärke des Instituts geworden.
Theologie und kirchliche Praxis
Das Institut ist an der Theologischen Fakultät angegliedert, wird aber von einer Stiftung mitgetragen, in der die drei Landeskirchen und der Kanton Luzern vertreten sind. Die Kirchen haben ein grosses Interesse daran, dass ökumenische Lehre und Forschung nicht im akademischen Elfenbeinturm bleibt, sondern für das Zusammenleben der Kirchen im Alltag relevant ist. Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeitenden in Ökumene, Forschung zu inspirierenden ökumenischen Leuchtturm-Projekten sowie Vorträge und Publikationen zu ökumenischen Themen sind dabei die wichtigsten Arbeitsfelder.
Bisher war die Institutsleiterin zu 25 % angestellt – in diesem Pensum sind die genannten Aufgaben nicht leistbar. Deshalb hat die erwähnte Arbeitsgruppe ein Konzept für die Zukunft des Ökumenischen Instituts erarbeitet, mit dem der Stiftungsrat jetzt auf Sponsorensuche ist. Die Institutsleitung soll in Zukunft hauptamtlich für das Ökumenische Institut arbeiten und unter anderem ein innovatives Weiterbildungsangebot in Ökumene anbieten.
Aktive christkatholische Beteiligung
Die Christkatholische Kirchgemeinde Luzern wird sich finanziell kaum stärker als bisher beteiligen können. Sie engagiert sich aber substanziell durch Personen: Ursula Limacher im Stiftungsrat, Priester Niklas Raggenbass im Vorstand des Fördervereins und ich selbst im Institutsrat bringen aktiv christkatholische Anliegen ein.
Aufgrund der christkatholischen Geschichte haben wir nicht nur eine besondere Perspektive auf die Ökumene, sondern – das dürfen wir ganz unbescheiden sagen – als Christkatholikinnen und Christkatholiken kennen wir uns in der Ökumene auch besonders gut aus. Ich selbst war ja, bevor ich nach Luzern gekommen bin, an der Theologischen Fakultät Bern tätig, und einer meiner Schwerpunkte war Ökumene. Seit ich in Luzern bin, konnte ich über das Ökumenische Institut schon in mehreren Podiumsdiskussionen und in Fachbüchern die christkatholische Perspektive einbringen. Es ist für uns eine Plattform, unser eigenes Kirchenverständnis ins Gespräch zu bringen – und damit ein Glücksfall.
Nächste Veranstaltung des Ökumenischen Instituts: Juden und Christen – das eine Volk Gottes?! Ökumene und jüdisch-christlicher Dialog. Vortrag von Prof. Dr. theol. Christian Rutishauser SJ, Luzern. 27. Mai 2026, 18.15 bis 20 Uhr, Universität Luzern. Im Rahmen der Aktion «Gemeinsam hingehen» lädt Pfr. Adrian Suter christkatholische Teilnehmende nach der Veranstaltung noch auf einen Schlummertrunk ein.