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Märtyrerinnen des Glaubens: Perpetua und Felicitas – gemeinsam gefangen und gemartert

Christkatholisch Nomen Est Omen Perpetua Und Felicitas Alamy
Das Martyrium der Heiligen Perpetua und ­Felicitas im römischen Kolosseum, um 203. Holzstich aus einer amerikanischen Ausgabe von John Foxes «Buch der Märtyrer» aus dem Jahr 1832. Foto: Alamy

An der heiligen Perpetua fällt auf, dass sie meist mit der heiligen Felicitas in Verbindung gebracht wird. Das liegt daran, dass die beiden Frauen in der Frühzeit der Kirche gemeinsam gefangen gehalten und umgebracht wurden. Sie gehören zu den ersten Blutzeuginnen, deren Schicksal zuver­lässig überliefert wurde.

Von Niklas Raggenbass

Vor Korrekturbeginn einer bestimmten Matura-Arbeit fiel auf, dass der Schüler für seine Arbeit eine Schrift des Typografen Eric Gill verwendete, die «Perpetua» heisst. Als ich fragte, warum er denn diesen Buchstabentyp gewählt habe, dessen Bezeichnung doch nach Theologie klinge, sagte er, diese Schrift sei nach ihrer ersten Verwendung bei einem neuzeitlichen Druck der «Passion von Perpetua und Felicitas» benannt worden. Diese «Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis» gelte als eines der ältesten christlichen Werke, und darauf nehme er in seiner Arbeit Bezug.

In den Schmerzen: Christus ähnlich sein

Perpetua entstammte vornehmem Haus. Sie und ihre Sklavin Felicitas wurden in Thuburbo Minus – dem heutigen Tebourba in Tunesien – verhaftet, weil sie sich als sogenannte Katechumenen auf die Taufe vorbereiteten. Perpetua ging der Überlieferung nach mit ihrem kleinen Sohn und Felicitas hochschwanger ins Gefängnis. Dort empfingen sie die Taufe. Perpetua schrieb ein Tagebuch, in dem sie die Schrecken ihrer Gefangenschaft schilderte: «Nach einigen Tagen wurden wir ins Gefängnis gebracht, und ich hatte grosse Angst, denn ich hatte noch nie solche Dunkelheit erlebt. Welch bitterer Tag! Es herrschte grosse Hitze wegen des Drucks, und die Soldaten behandelten uns grausam.» Man kann sich nur annähernd vorstellen, welche Schrecken die beiden Frauen dabei durchlebten – alles nur, weil sie sich weigerten, ihrem Glauben zu widersprechen und weil sie dabei Jesus Christus ähnlich sein wollten.

Perpetuas Vater versuchte sie erst mit Gewalt, dann mit Bitten vom Christentum abzubringen. Im Tagebuch beschrieb sie, was ihr der Vater sagte: «Hab Mitleid, Mädchen, mit meinen grauen Haaren, hab Mitleid mit deinem Vater. Das sagte er als Vater in seiner Zuneigung zu mir, dabei küsste er mir die Hände; er warf sich mir zu Füssen. Mein Vater tat mir leid, weil er allein von meiner ganzen Verwandtschaft, die christlich geworden war, sich nicht über meine Passion freuen konnte. Ich sprach ihm Mut zu und sagte: Auf jenem Schaugerüst, wo wir hingerichtet werden, wird nur das geschehen, was Gott will. Du musst nämlich wissen, dass wir nicht in unserer Gewalt sind, sondern in der Macht Gottes stehen.»

Perpetua und Felicitas: Immerwährende Glückseligkeit

Auch die härtesten Drohungen des Prokurators Hilarianus brachten die beiden Frauen nicht von ihrem Bekenntnis zum Glauben ab. Sie wurden zum Tod in der Arena «ad bestias – zu den wilden Tieren» verurteilt. Beide frühe Botschafterinnen des Christentums fanden Eingang in das Erste Eucharistische Hochgebet der katholischen Kirche, wo ihre gemeinsame Nennung das Wort «immerwährende Glückseligkeit» ergibt.