Portrait Vreny Belser-Niggli: «Ich glaube, ich habe es richtig gemacht.»
Das «Christkatholisch» besucht diesmal Vreny Belser-Niggli in ihrem Haus in Niedergösgen SO. Ihr Leben ist geprägt von einem vielfältigen Engagement für die christkatholische Kirchgemeinde Schönenwerd-Niedergösgen – und durch das Singen.
Von Vera Rüttimann
Vreny Belser wohnt nahe bei der Kirche St. Anton, welche den Christkatholiken als Gotteshaus dient. In einem geräumigen Haus mit Garten empfängt die 86-Jährige den Gast. Sie blättert in einer Dorfchronik, die auf dem Wohnzimmertisch liegt und zeigt etwa auf das Bild des markanten AKW-Kühlturms, den sie «Blumenvase» nennt. Vreny Belser macht einen hellwachen Eindruck. Ihre Augen funkeln, wenn sie etwas betonen will.
«Vieles richtig gemacht»
Die Niedergösgerin hat ein bewegtes Berufsleben hinter sich. Wie ihr Vater arbeitete sie bei Bally Schuhfabriken AG in Schönenwerd. Nach der KV-Ausbildung blieb sie dort noch zwei Jahre; später arbeitete sie als Sekretärin in Niedergösgen in den Filzwerken AG und nachher in Aarau bei der Invalidenversicherung des Kantons Aargau.
Am längsten, nämlich 49 Jahre lang, war sie Aktuarin bei der christkatholischen Kirchgemeinde Niedergösgen. Später, nach dem Zusammenschluss der beiden Kirchgemeinden Schönenwerd und Niedergösgen, blieb das Aktuariat bei ihr. «Ich glaube, ich habe es richtig gemacht», sagt sie lachend.
Leben für die Kirche
Vreny Belser trägt ein goldenes Kreuz um den Hals. Was ihr am christkatholischen Glauben gefällt: «dass wir Christus in die Mitte unseres Lebens stellen.» Ihr Vater war schon christkatholisch, ihre Mutter wurde es durch die Heirat. Schon als Jugendliche sang sie im christkatholischen Kirchenchor.
«Wir gingen mit unseren Eltern jeden Sonntag in die Kirche», erinnert sie sich. Vreny Belser mag die christkatholische Liturgie, «wo die ganze Gemeinde einbezogen wird».
An einem christkatholischen Sängertag in Luzern lernte Vreny Belser ihren Mann Fritz kennen. «Der Funke sprang sofort über!» Als er mit 58 Jahren krank wurde, pflegte sie ihn zu Hause sieben Jahre bis zu seinem Tod. «In schwierigen Lebensphasen hat mir mein Glaube immer geholfen», sagt sie.
Vielfach aktiv
Ihr Engagement in der christkatholischen Kirche zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. 38 Jahre lang hatte Vreny Belser das Präsidium des Kirchenchores Schönenwerd-Niedergösgen inne. Über 20 Jahre war sie im Vorstand des Jugendgruppenverbands tätig. Im Weiteren vertrat sie 15 Jahre lang die Kirchgemeinde als Delegierte an der Nationalsynode.
Oft weilte sie auch im Berghüsli in Heiligenschwendi und nahm dort an Besinnungstagungen, Weiterbildungen und an Paramentenwochen teil. «Zwei Altartücher und mehrere Kelchtüchlein habe ich dort angefertigt», sagt sie stolz. «Unglaublich, was ich alles gemacht habe in meinem Leben. Und jetzt darf ich noch dasitzen und ruhen!»
Durch ihre Tätigkeiten in Beruf und Kirchgemeinde hat sie noch immer einen grossen Bekanntenkreis. Ein preiswerter Taxiservice, der von der Kirchgemeinde bezahlt wird, bringt sie immer wieder zu Gottesdiensten, Vorträgen oder Kirchenmitgliedern, die sie besuchen möchte. Ist sie zu Hause, erfreut sie sich an den wunderschönen Blumen ums Haus herum. Vor allem an den grossen rosafarbigen Hortensien.
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