Erneut eine geplante Fusion von Kirchgemeinden – Schulterschluss von Aarau und Baden-Brugg-Wettingen
Die beiden Kirchgemeinden verfolgen das Ziel eines Zusammenschlusses per 1. Januar 2028. Dieses Ziel sowie das geplante Vorgehen werden hier näher vorgestellt.
Von Ernst Blust
Ausgangslage
Erste Gespräche zwischen den beiden Kirchgemeinden haben im Jahre 2024 stattgefunden, im Laufe des Jahres 2025 erfolgten weitere Gespräche. Ausgangspunkt war die Frage, was passieren muss, damit bei einem Rückgang der Mitgliederzahlen und einem immer geringer werdenden Interesse, sich in den Kirchgemeinden zu engagieren, die christkatholische Kirche in den Gemeinden Aarau und Baden-Brugg-Wettingen eine Zukunft haben kann. Es zeigte sich dabei, dass es in der Zukunft insbesondere schwieriger werden kann, genügend Personen für die Behörden zu finden.
Entwicklung der Kirchgemeinden in der jüngeren Vergangenheit
Die Mitgliederzahlen zeigen ein uneinheitliches Bild: Im Jahr 2015 gab es in den beiden Kirchgemeinden zusammen 638 Mitglieder (Aarau 305, Baden 333). 2023 hatten die beiden Kirchgemeinden zusammen 984 Mitglieder (Aarau 559, Baden 425). Im Jahr 2024 gab es eine leichte Zunahme in Aarau, während in Baden ein Rückgang verzeichnet wird. Hauptgrund für die unterschiedliche Entwicklung dürfte der Umgang mit Zuzügern sein, die von den Gemeinden gemeldet werden.
Wichtiger als die Gesamtzahlen ist die tendenziell abnehmende Bereitschaft der Mitglieder, aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen, sei es an Gottesdiensten, Kirchgemeindeversammlungen oder anderen Anlässen, oder auch sich für ein Amt zur Verfügung zu stellen. Für die Zukunft ist auch die Entwicklung der Zahlen der Unterrichtskinder zu beachten.
Die Prognosen der beiden Kirchgemeinden für die Anzahl aktiver Mitglieder sowie für die Höhe des Steueraufkommens sind rückläufig. Der geplante Zusammenschluss will der prognostizierten Entwicklung auf vielfältige Weise entgegenwirken.
Vorteile eines Zusammenschlusses
Mit der Bildung einer neuen christkatholischen Kirchgemeinde beabsichtigen die bisherigen beiden Kirchgemeinden vor allem, angesichts der oben beschriebenen Entwicklungen zukünftig weiterhin genügend Personen für die Gemeindebehörden finden und Sachwalterschaften vermeiden zu können. Die Anzahl an Behördenmitgliedern wird fast um die Hälfte reduziert.
Die lokalen Bedürfnisse und Erfordernisse der beiden Kirchgemeinden sollen bewahrt werden und die lokalen Ansprechpersonen bleiben erhalten. Das gilt auch für die Pfarrpersonen, die zur besseren Abstimmung und für übergreifende Aufgaben ein Pfarrteam bilden. Durch das gemeinsame Erleben des Glaubens soll das Gemeinschaftsgefühl im gesamten Gemeindegebiet gefördert und der Zusammenhalt untereinander gestärkt werden. Jeden Sonntag kann im Gemeindegebiet Gottesdienst gefeiert werden.
Wie wird die neue Kirchgemeinde heissen?
Der Name ist noch nicht bestimmt. An den Kirchgemeindeversammlungen im November 2025 wurde ein Ideenwettbewerb für den Namen der zusammengeschlossenen Kirchgemeinde lanciert. Zu gewinnen ist ein Gutschein von CHF 200 für einen Restaurantbesuch. Namensvorschläge können bis Ende Juni 2026 an die Kirchenpflegepräsidenten Christoph Moor christoph.moor@christkatholisch.ch oder an Hansjörg Frank h.j.frank@bluewin.ch eingereicht werden.
Welches Gebiet umfasst die neue Kirchgemeinde?
Die neue Kirchgemeinde umfasst die politischen Gemeinden der bisherigen Kirchgemeinden:
Aarau
– mit den Gemeinden der Bezirke Aarau, Kulm, Muri, Lenzburg, Zofingen und
– mit den folgenden Gemeinden des Bezirkes Bremgarten: Büttikon, Dottikon, Hägglingen, Sarmensdorf, Uezwil, Villmergen und Wohlen
Baden-Brugg-Wettingen
– mit den Gemeinden der Bezirke Baden, Brugg, Zurzach und
– mit den folgenden Gemeinden des Bezirkes Bremgarten: Arni, Berikon, Bremgarten, Eggenwil, Fischbach-Göslikon, lslisberg, Jonen, Niederwil, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten-Friedlisberg, Tägerig, Unterlunkhofen, Widen und Zufikon.
Wie wird über den Zusammenschluss abgestimmt?
Am 17. Januar 2027 wird in den beiden Kirchgemeinden eine Urnenabstimmung über den geplanten Zusammenschluss stattfinden. Wenn der geplante Zusammenschluss zu einer neuen christkatholischen Kirchgemeinde in einer der beiden Kirchgemeinden an der Urne abgelehnt wird, ist das Projekt gescheitert. Sollte der Zusammenschluss zustandekommen, werden die beiden bisherigen Kirchgemeinden per 1. Januar 2028 aufgelöst.
Weiteres Vorgehen
An Orientierungsversammlungen wird der Vertragsentwurf vorgestellt und es werden Ihre Fragen beantwortet:
– am 24. 5. 2026 um 10 Uhr im Adelbändli in Aarau vor dem Gottesdienst (11.30 Uhr)
– am 24. 5. 2026 um 11.30 Uhr in der Antoniuskapelle in Wettingen nach dem Gottesdienst.
An Kirchgemeindeversammlungen erfolgt eine Information zum Zusammenschlussvertrag:
– am 21. 6. 2026 um 10 Uhr in der Kirchgemeinde Aarau
– am 28. 6. 2026 um 14.30 Uhr in der Kirchgemeinde Baden-Brugg-Wettingen.
Eine gemeinsame Orientierung für die beiden Kirchgemeinden findet in Aarau statt:
– am 18. 10. 2026 um 10 Uhr im Adelbändli in Aarau nach dem gemeinsamen Gottesdienst; der Gottesdienst beginnt um 8.40 Uhr in der Stadtkirche.
An den separaten Kirchgemeindeversammlungen in den Kirchgemeinden Aarau und Baden-Brugg-Wettingen erfolgen weitere Informationen und es können Fragen gestellt werden:
– am 15.11.2026 um 10 Uhr in Aarau im Adelbändli nach dem Gottesdienst
– am 29.11.2026 um 11.30 Uhr im Brudersaal Wettingen nach dem Gottesdienst.
Die Urnenabstimmung findet gleichzeitig in den beiden Kirchgemeinden am Sonntag, 17. Januar 2027, statt.
Haben Sie Fragen?
Die beiden Kirchenpflegepräsidenten Christoph Moor christoph.moor@christkatholisch.ch oder Hansjörg Frank h.j.frank@bluewin.ch beantworten Ihre Fragen gerne.