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Szenenwechsel

Wir kennen die Szene: ein zerfallener Stall, Maria mit dem kleinen Jesuskind in der Futterkrippe, Josef, Ochs und Esel, die Hirten mit ihren Schafen und über dem Stall der Stern mit Schweif – das vertraute Weihnachtsbild, das jedoch allmählich verblasst …

Die Weihnachtsszene hielt schon in der Malerei des Mittelalters Einzug und das erste Krippenspiel mit lebenden Menschen und Tieren soll Franz von Assisi inszeniert haben. Allmählich fanden Krippen zur Weihnachtszeit ihren festen Platz in den Kirchen, erst mit dem Aufkommen der Massenproduktion von Krippenfiguren kamen sie in die Stuben der vornehmlich katholischen Bevölkerung. Geradezu berühmt wurden die kunstvollen neapolitanischen Krippen, ebenso die provenzalischen Tonfigürchen, welche die ganze Dorfgemeinschaft um die Krippe vereinen. Noch stand die Krippe alleine da, der (evangelische) Weihnachts(tannen)baum gesellte sich erst zum Ende des 18. Jh. in den Städten dazu – eine ökumenische Meisterleistung! Und ist es nicht interessant, dass die Krippen in den nobleren Haushalten eine geradezu romantisch-idealisierte Armut zelebrierten? …

… Die Krippe unter dem Weihnachtsbaum ist den vielen Geschenkpaketen im Weg, das zarte Jesuskindlein nur in Windeln, wird von einem dicken Weihnachtsmann im roten warmen Mantel verdrängt, für den es einen Sechsspänner Rentiere braucht, damit er durch die Lüfte düsen kann – ein SUV für die Weihnachtspost, ho ho ho …

Krippenausstellung im Spiezeug-Welten-Museum, Basel am Barfüsserplatz noch bis zum 9. Februar 2020