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Taste, fühle, begreife – und handle!

Barfussweg
Barfussweg im Kanton Appenzell.

Um den Tastsinn geht es während der SchöpfungsZeit 2018. Der Slogan «Taste, fühle, begreife» regt an, unsere Umwelt mit den Händen zu erkunden, denn wer die Schöpfung «be-greift», stösst auf die in den Dingen liegende göttliche Wirklichkeit. Und Kirchen und Kirchgemeinden haben die Gelegenheit, in vielfältiger Weise auf Gottes umfassende und fürsorgliche Liebe für seine Geschöpfe aufmerksam zu machen. Die Aktion ist Teil einer Reihe zu den fünf Sinnen, die von 2016 bis 2020 läuft.

Mit den Händen tasten, formen und bauen wir. Kinder müssen Dinge «be-greifen», um sie zu verstehen. In den Händen konzentriert sich die Empfindungsfähigkeit unseres grössten Sinnesorgans – der Haut. Sie hüllt den ganzen Körper ein. Über die Haut nehmen wir Lust und Schmerz, Wärme und Kälte, körperliche Nähe und Distanz wahr. Nicht nur wir Menschen, sondern alle Lebewesen haben eine Haut, sind von der Schöpfung umgeben und auf die Gaben der Schöpfung angewiesen: saubere Luft und Wasser, gesunde Nahrungsmittel, Schutz vor Wärme und Kälte.

Die Erschaffung des Menschen oder auch die Berührung durch das Göttliche werden in den biblischen Geschichten sehr sinnlich beschrieben: Im zweiten Schöpfungsbericht formt Gott den Menschen aus Erde wie ein Töpfer (Gen 2,7). Der Prophet Elija spürt die Nähe Gottes in einem sanften Säuseln (1. Kön 19,12). Wer von Jesus berührt wird, oder wer Jesus berührt, wird geheilt (Mt 8,1–4.14–15; 14,34–36). Maria von Bethanien salbt Jesus mit kostbarem Nardenöl die Füsse (Joh 12,3). Der barmherzige Samariter kümmert sich eigenhändig um den Verletzten am Wegrand (Lk 10,30–35).

Mit ihrem diakonischen und schöpfungsorientierten Handeln nehmen Kirchen und Kirchgemeinden Anteil an der umfassenden und berührenden göttlichen Liebe und geben sie weiter. In Ritualen wie dem Handauflegen, der Taufe, der Eucharistie oder dem Abendmahl wird hinter dem Geschaffenen das Göttliche spürbar. Diese Erfahrung ist auch in der Natur möglich, beim Barfussgehen, beim Erkunden einer Baumrinde mit den Händen oder schlicht bei der Handarbeit im Garten. «Wenn ich in den Garten komme, nähere ich mich Gott», meint eine Gärtnerin, die kirchliche Gärten in Genf betreut.

Materialien

Zu den Unterlagen «Taste, fühle, begreife» gehört eine Arbeitsdokumentation (Fr. 12.–, verfügbar ab Ende Mai) mit Predigtimpulsen der jüdischen Philosophin Catherine Chalier und des evangelischen Theologen Otto Schäfer. Sie werden mit einer Zusammenstellung liturgischer Texte und Lieder, Ideen für Gottesdienste, sowie Exkursionen und Aktionen mit Kindern und Jugendlichen ergänzt. Im Magazin finden sich Beiträge zum Tastsinn aus persönlicher, theologischer und ökologischer Sicht. Es erscheint Anfang Mai als Beilage zu bref (Magazin der Reformierten) sowie zur Schweizerischen Kirchenzeitung (bei Einzelbestellung Fr. 5.–).

pd