Gemeinsames Gedenken in der Dorfkirche
Die Gedenkstunde fand in der Dorfkirche statt. Nach dem fünfminütigen Glockengeläut sprach Pfarrer Patrick Blickenstorfer ein Gebet. Darauf folgte eine halbstündige Stille, bevor die Segensbitte den Abschluss bildete. Vor dem Altar erinnerten vierzig brennende Kerzen an die Opfer. Zudem hatten die Anwesenden die Möglichkeit, selbst Kerzen zu entzünden.
Gott,
du hast zugesagt, dass du der bist, der da ist.
Diese Zusage ist schwer zu verstehen,
wenn wir an das Unglück von Crans-Montana denken,
an die vielen jungen Menschen, die ihr Leben verloren haben,
an die Verletzten und an all jene,
deren Leben von einem Moment auf den anderen erschüttert wurde.
Es ist auch schwer auszuhalten,
wenn wir an das Leid denken,
das Menschen überall auf der Welt täglich erfahren –
durch Hunger, Ausbeutung, Krieg, Terror oder den Missbrauch von Macht.
Und wir fragen uns:
Kann es sein, dass auch du nur zusehen kannst?
Bleib bei uns in unserer Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit.
Halte mit uns aus, was wir kaum begreifen und was uns sprachlos macht.
Halte mit uns aus, dass es Situationen gibt,
in denen Antworten fehlen und es keine einfachen Lösungen gibt.
Öffne unseren Blick für Momente,
die Hoffnung und Zuversicht schenken,
für die Kraft, die Menschen finden, einander beizustehen –
auch mitten in grosser Not.
Wir denken an die Betroffenen, an ihre Angehörigen und Nahestehenden,
an die Rettungs- und Hilfskräfte
und an alle, die Verantwortung tragen
bei der Aufarbeitung dieses Unglücks.
Wir denken auch an jene,
die Entscheidungen treffen – hier und weltweit – ,
dass ihr Handeln nicht von Eigeninteressen oder Eigennutz bestimmt sind,
sondern getragen ist von der Einsicht, dass alle Menschen das Recht haben,
ihr Leben in Würde zu gestalten und sich zu entfalten.
Bleibe bei uns.
Halte mit uns aus
– auch wenn Antworten fehlen und keine Lösung da ist.
Sei einfach da – als der, der da ist.
Amen.