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Rückblick Kunst-Gottesdienst: Aufbrechen. Ausrichten. Weiterblicken.

Kunst Gottesdienst Bild Denise Hummel 06

Über vierzig Menschen nahmen am ersten Kunst-Gottesdienst teil. Pfarrer Patrick Blickenstorfer griff in seinen Gedanken die Werke von Denise Hummel und Martinj auf. Jermaine Sprosse gestaltete die Feier musikalisch. Er griff das Spannungsfeld zwischen Tradition und Gegenwart auf. Das tat er eindrucksvoll. Im Anschluss fand ein reger Austausch beim Apéro in der Dorfkirche statt.

von links nach rechts: Künstlerin Denise Hummel, Künstler Martinj, Organist und Kantor Jermaine Sprosse und Pfarrer Patrick Blickenstorfer

Die folgenden Zeilen fassen die Texte zu den Kunstwerken zusammen.

Aufbrechen – inspiriert von Denise Hummels «Gipfelstürmer»

Die Skulptur im Kirchgarten zeigt Menschen, die eine Treppe hinaufsteigen: unsicher, kantig, mutig. Sie stehen für Aufbrüche im eigenen Leben. Oft fühlen wir uns dabei suchend oder aus dem Gleichgewicht geraten.
Der Gottesdienst lud ein, genau diese Gefühle ernst zu nehmen – Müdigkeit, Neugier, Überforderung oder das Gefühl, nicht dazuzupassen. Alles durfte da sein.

Durch Kunst, Worte und Musik sollte ein Raum geöffnet werden, in dem ein kleiner innerer Schritt möglich wird: ein Aufbruch, der Kraft gibt.

Ausrichten – im Blick auf Martinj «Grosser Wal»

Das farbige Walbild, das durch ein graues Meer gleitet, steht für Zeiten, in denen man Abstand oder Ruhe benötigt.
Ähnlich wie in der Geschichte von Jona kann es entlastend sein, einen geschützten Raum zu spüren, selbst wenn das Leben um einen herum unruhig ist.
Der Gedanke dahinter: Auch in trüben Phasen können sich neue Perspektiven zeigen. Aus Grau entsteht allmählich ein Farbspektrum. Man findet wieder Orientierung und spürt, was wirklich wichtig ist.

Weiterblicken – Lasten erkennen und neu bewerten

Eine weitere Figur von Denise Hummel zeigte einen Menschen, der eine schwere Kugel trägt – ein Bild für Belastungen, die uns niederdrücken.
In solchen Situationen hören Menschen oft Sätze wie «Das ist eben dein Kreuz». Der Gottesdienst stellte dem eine andere Sichtweise entgegen.
Lasten sollen nicht schöngeredet werden. Vielmehr geht es darum, ehrlich hinzuschauen: Was gehört wirklich zu mir? Was kann ich loslassen? Wo darf ich Hilfe annehmen?
Weiterblicken heisst: sich aufrichten und Schritt für Schritt die beste Version seiner selbst werden.

Patrick Blickenstorfer