Wenn ein Wal die Dorfkirche besucht – und Skulpturen Geschichten erzählen
Zwei Wochen lang verwandelte sich die Dorfkirche in einen überraschend lebendigen Kunstraum. «Der Grosse Wal – Stór Hvalur» von Martinj und die poetischen Skulpturen von Denise Hummel lockten Kunstinteressierte und Neugierige in die Dorfkirche. Ende November 2025 wurde die Ausstellung mit einer Finissage verabschiedet.
Für kurze Zeit war es, als hätte sich die Dorfkirche in ein stilles Meer verwandelt. Das aus 70 einzelnen Blättern zusammengesetzte Bildwerk «Der Grosse Wal – Stór Hvalur» zog die Besuchenden in seinen Bann. Zwischen den Bankreihen und der Empore wirkten seine Bewegungen beinah spürbar. Im Chor der Kirche standen die Skulpturen von Denise Hummel – mal kraftvoll, mal verspielt, immer voller erzählerischer Ausdruckskraft.
Am letzten Freitag im November 2025 feierten wir gemeinsam die Finissage. Noch einmal konnten die Gäste gemächlich durch den Kirchenraum schlendern, verweilen und staunen. Gespräche über Formen, Farben und Materialien entstanden ganz von selbst – ebenso wie Gespräche darüber, wie anders vertraute Räume wirken können, wenn Kunst sie neu belebt.

Einige der Skulpturen haben inzwischen ein neues Zuhause gefunden und werden künftig Wohnräume schmücken. Auch mehrere Einzelblätter des grossen Wals sind weitergewandert und dürfen nun neue Wände zieren. So setzt die Ausstellung ihre eigene, leise Weiterreise fort.

Die positive Resonanz macht Mut: Bereits jetzt steht fest, dass im Frühjahr 2026 die nächste Ausstellung folgen soll. Welche Kunst dann die Kirche erfüllen wird, ist noch im Werden, doch eines ist sicher: Sie wird wieder zum Entdecken einladen.
Patrick Blickenstorfer