Bauern und Wetterregeln

Da wir schon bei der Flora des Wonnemonats sind, hier gleich mehrere Regeln, die uns eine Vorschau auf den Mai geben: „Guter April schlechter Mai“ „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Saat und Korn; ist er aber schön und rein, braucht der Mai sich nicht zu freun“ „Ist der April recht schön und rein, wird der Mai umso wilder sein“.

Für Gärtner haben die Regeln folgende Ratschläge parat: „Leg erst nach Markus Bohnen, es wird sich sicher lohnen“ „Hat St. Peter das Wetter schön, kann man Kohl und Erbsen säen“. Den Obstbauern interessiert bestimmt dieser Vers: „Wenn der Mond scheint hell im April, schadet es den Äpfeln viel“. Für den Kartoffelanbauer gilt der Spruch: „Legst mich im April, komm‘ ich wann ich will, legst mich im Mai, komm ich glei'“. Um Tiere geht es in den folgenden Wettersprüchen: „Quaken die Frösche im April, noch Schnee und Kälte kommen will“ „Bauen im April die Schwalben, gibt’s viel Futter, Korn und Kalben“.

Viele Bauern und Wetterregeln richten sich nach Lostagen. Aus dem Wetter dieser Tage schloss früher die bäuerliche Bevölkerung auf die Witterung der folgenden Zeit oder die zu erwartende Ernte. In Bayern sind es ausschliesslich die Namenstage katholischer Heilige, nach denen sich diese Regeln richten. Besonders viele Regeln gibt es am Namenstag von St. Georg am 23.April. Es ist einer der wichtigsten Lostage. Hier eine kleine Auswahl: „Vor Georgi trocken, nach Georgi nass“ „St. Georg und St. Max, drohen uns viel Arg’s“ An Georgi soll das Korn so hoch sein, dass ein Rabe sich darin verstecken kann“ „Zu Georgi blinde Reben, volle Trauben später geben“. Das Bild zeigt Pfr. Wolfgang Kunicki bei einer Pferdesegnung in Hoppetenzell beim dortigen „Georgs-Ritt“ 1993.