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«Wie viel mehr ist ein Mensch wert als ein Schaf! Darum ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun.»

(Mt 12,12)

Was ist das höchste Gut? Je nach dem, wen man fragt, bekommt man sehr verschiedene Antworten: Glück, Gesundheit, Sicherheit, Liebe, Freiheit, die direkte Demokratie, Friede, Bildung, das Leben an sich.

Jesus gibt eine andere, eine universale und gleichzeitig vage Antwort. 

Ihm wird vorgeworfen, dass seine Jünger am Sabbat, den es zu heiligen gilt, Ähren abrissen weil sie Hunger hatten. Gleich danach heilt Jesus am Sabbat einen Kranken. In beiden Situa-tionen müssen die Beteiligten entscheiden, was wichtiger ist: Der Sabbat oder das Wohl der Jünger beziehungsweise des Kranken?

In vielen Situationen müssen wir abwägen, was wirklich wichtiger ist. Sicherheit durch Videoüberwachung oder Datenschutz? Das Leben des Organspenders und die Bedürfnisse seiner Angehörigen oder die mögliche Gesundheit des Empfängers? Im Alltag sind die Beispiele meistens nicht so prominent, aber auch kleinere Entscheide müssen getroffen werden. Jesus ist der Sabbat nicht egal. Aber für ihn ist die Gesundheit des Kranken das
höhere Gut. 

Manchmal ist es nicht einfach, solche Entscheidungen zu treffen. Viele Dilemma-Situationen bleiben auch ungelöst. 

In vielen anderen Situation mag die Richtschur helfen, die Jesus nennt: Barmherzigkeit soll unser Handeln bestimmen. Sie soll das Kriterium sein, gemäss dem wir entscheiden. 

Pfrn. Antje Kirchhofer

 

 
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