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«Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein.»

(Mk 11, 42f)

 

Es braucht keine Diktatur zu sein. Die Formen der Unterdrückung kommen oft subtiler daher. In einem Kleid mit vielen Taschen, in die man nicht ohne Weiteres hineinsieht. Unsere Zeit leidet an einer gewissen Verunsicherung. Vieles ist nicht mehr so, wie es einmal war. Gewalt in vielfacher Form hat unser Sicherheitsgefühl angeritzt. Und daraus ziehen manche «Mächtige» ihren Nutzen. Sie verheissen Stabilität, notfalls mit zurechtgebogener Wahrheit, Stichwort Fake News, und sie meinen damit einfach Beseitigung «hinderlicher» persönlicher Freiheiten, Kontrolle. Oder unsere Daten werden noch und noch gespeichert. Wo? Angeblich zu unserem Nutzen. Wirklich?

«Bei euch soll es nicht so sein!» sagt Jesus. «Wer bei euch gross sein will, der sei euer Diener.» Jemandes Diener sein heisst, ihm Gutes zu tun. So könnte ja gerade die Kirche, heute oft marginalisiert, neu ein Raum werden, in dem Menschen Gutes für einander tun. Und könnte so ganz neue Bedeutung in der Gesellschaft gewinnen. Als Raum, in dem sich Menschen gegenseitig nicht heimtückisch für eigene Interessen instrumentalisieren. In dem ein Wort ein Wort ist, damit Vertrauen wachsen kann. In dem sich Menschen dem Unrecht verweigern und damit der Wahrheit, wie auch immer, ein Zeichen setzen können, das gesehen, vielleicht auch befolgt wird. Ja, es hat schon mal Zeiten gegeben, wo sie von den Christen sagten: «Seht, wie sie einander lieben!» Und das zeigte Wirkung. Einst. Und heute?

Pfr. em. Niklaus Reinhart  

 
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