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Fastenzeit und Heilige Woche

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Am Aschermittwoch, dieses Jahr am 18. Februar, beginnt die Fastenzeit. Als österliche Busszeit dient sie der Vorbereitung auf die Heilige Woche und auf Ostern, den Höhepunkt des liturgischen Jahres.

Autor: Pfarrer Adrian Suter

Adrian HP

«Gütiger Gott, du schenkst uns diese vierzig Tage vor Ostern als eine Zeit der Umkehr und Erneuerung. Lass uns erkennen, was uns von dir trennt, so dass deine Kirche gereinigt und geheiligt die Auferstehung deines Sohnes feiern kann.» So lautet das Tagesgebet des ersten Fastensonntags. Wir begehen ihn am 22. Februar um 9.30 Uhr mit der Segnung der Asche.

Fasten und Verzicht
Es sind nicht gerade Themen, die Begeisterung wecken: Die Fastenzeit ist durch Verzicht und Busse geprägt. In der christkatholischen Tradition gibt es aber keine festen Fastenvorschriften: Alle sind eingeladen, freiwillig auf etwas zu verzichten – mit dem Gedanken, dass Verzicht frei macht, dass uns der Verzicht zu bedenken hilft, was uns wirklich wichtig ist. Im Gottesdienst herrscht die Farbe violett vor, wir verzichten auf Jubelgesänge wie das Halleluja. Zur Fastenzeit gehört auch die Sammlung der Hilfswerke, von der wir auf den folgenden Seiten mehr lesen, und natürlich der Suppentag vom 15. März.

Palmen, Brot und Wein
Gegen Ende der Fastenzeit wird es dann doch noch festlich — auf ganz spezielle Art: Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Einerseits ist dies ein Triumphzug, bei dem das Volk ihm zujubelt; andererseits reitet er auf einem Esel. Einerseits besingen sie ihn mit «Hosianna dem Sohn Davids» als König; andererseits wird er genau deswegen angeklagt und gekreuzigt werden.
Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche. In der christkatholischen Kirche vermeiden wir den Begriff «Karwoche», da er einseitig die Trauer in den Vordergrund stellt. Denn auch der Hohe Donnerstag hat, wie schon der Palmsonntag, die Ambivalenz von Trauer und Freude. Wir feiern dann die Einsetzung des Abendmahls, das wir in der Kirche bis heute als Freudenfest sehen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass dies das Abschiedsmahl Jesu mit seinen Jüngern war.

Triduum — drei Tage
Am Schluss der Messe des Hohen Donnerstags wird der Altar abgeräumt. Wir halten dann eine kurze Andacht, «Trauermette» genannt, die bereits zum Karfreitag gehört.
Die Karfreitagsliturgie findet am 3. April um 9.30 Uhr statt. Dieser Gottesdienst ist geprägt von der Lesung der Leidensgeschichte mit verteilten Rollen. Die Fürbitten haben eine besondere, ausführliche Form. Das Kreuz wird auf ein stilisiertes Grab gelegt, mit Blumen geschmückt und mit Weihrauch verehrt.
Der zweite Tag des dreitägigen Osterfestes ist der Karsamstag. Es ist ein stiller Tag, in unserer Gemeinde ohne Gottesdienst. Die Osternacht, die am Samstag 4. April um 20.30 Uhr beginnt, gehört nämlich genaugenommen bereits zum Ostersonntag. Wir beginnen beim Osterfeuer und ziehen mit der neuen Osterkerze in die dunkle Kirche ein. Der Lobpreis des Osterlichts und das gesungene Auferstehungsevangelium sind für mich der liturgische Höhepunkt meiner Tätigkeit als Priester.
Am Ostermorgen, 5. April, feiern wir um 9.30 Uhr einen festlichen Gottesdienst. Das Warten ist zu Ende, das Dunkle besiegt, die Ambivalenz von Trauer und Freude ist dem Osterjubel gewichen.
Wie der Suppentag zur Fastenzeit, so gehört das Eiertütschen zu Ostern. Und ja, ich werde auch dieses Jahr wieder einen Osterfladen backen.