Jahresbericht 2024
Gemeinsamer Bericht von Kirchenrat und Pfarramt
Zu besonderen Ereignissen und Entwicklungen im Jahr 2024, zu Handen der Kirchgemeindeversammlung vom 15. Juni 2025
(Der folgende Bericht führt die Aktivitäten der Kirchgemeinde nur in Auswahl auf. Was jedes Jahr in ähnlicher Weise gemacht wird, ist in der Regel nicht erwähnt.)
Gemeindeleben
Aus den vielfältigen Veranstaltungen im Jahr 2024 seien folgende besonders erwähnt:
- Die Firmung am 16. Mai 2024 wurde von Bischof em. Heinz Lederleitner gehalten, da Frank Bangerter erst am 14. September zum Bischof geweiht wurde. Es haben fünf Jugendliche die Firmung empfangen. Davor waren sie zusammen mit den übrigen Unterrichtskinder auf dem Berghüsli im Lager. Dort fand auch der ganze Firmunterricht statt. Im Firmgottesdienst wirkten Susu Rogger (Gesang) und Hugo Fuchs (Gitarre) mit.
- Am 27. Oktober durfte Pfr. Adrian Suter sein silbernes Priesterjubiläum feiern. Am Altar mitgefeiert haben Pfr. Lars Simpson und Diakonin Stephanie Meier. Der Chor Luzern, in dem Adrian Suter selbst mitsingt, und Michael Widmer an der Orgel haben den Gottesdienst musikalisch gestaltet. Bischof Frank Bangerter überbrachte Grüsse im Namen des Bistums, und Bernhard Affolter hielt ein Grusswort im Namen der Kirchgemeinde Basel – er war Kirchgemeindepräsident, als Adrian Suter 1999 in Basel zum Priester geweiht wurde. Nach dem Festgottesdienst offerierte die Kirchgemeinde einen reichhaltigen Apéro in der Kirche.
- Am 18. August waren die Teilnehmenden des Internationalen Altkatholischen Forums in unserem Gottesdienst zu Gast. Sie waren davor in Sarnen für ihre alljährliche Versammlung.
- Der Kammerchor Luzern hat am 17. November den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Dies als Gegenleistung dafür, dass er die Christuskirche für ein Konzert verwenden durfte.
- Als neue Veranstaltungsform wurde die Reihe «Gemeinsam hingehen» ins Leben gerufen. In loser Folge werden ökumenische und kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen ausgeschrieben, wo eine Gruppe aus der Gemeinde gemeinsam hingeht.
- Die Ausflüge, die der Frauenverein organisierte, führten 2024 ins Klang-Maschinen-Museum nach Dürnten und zur Ölmühle im Griesbachhof. Ausserdem führte der Frauenverein seine alljährlichen Veranstaltungen durch (Generalversammlung, Spielnachmittag, Adventsverkauf mit Kaffeestube, Adventsfeier).
Kirchenrat und Kommission Gemeindeleben
Urs Dahinden und Susu Rogger sind 2024 aus dem Kirchenrat zurückgetreten. Es stellte sich als unmöglich heraus, neue Mitglieder für den Kirchenrat zu finden. Aus diesem Grund wurde an der Kirchgemeindeversammlung vom 23. Juni 2024 die Gemeindeordnung dahingehend geändert, dass der Kirchenrat nur noch drei Mitglieder umfasst.
Um die Verantwortung dennoch auf mehr Schultern zu verteilen und den Kirchenrat von gewissen organisatorischen Fragen zu entlasten, wurde die Kommission Gemeindeleben neu ins Leben gerufen. Ihr können auch Personen angehören, die aus juristischen Gründen nicht in den Kirchenrat wählbar sind, z. B. Menschen aus der Diaspora. Nebst dem Pfarrer gehören ihr an: Winfried Bader, Denise Hürlimann, Priester Niklas Raggenbass, Myrtha Tschupp und René Tschupp. Die Kommission hat ihre Arbeit im November aufgenommen.
Immobilien
Die Sanierung der Liegenschaft Winkelriedstrasse 15 hat die Baukommission, der auch zwei Mitglieder des Kirchenrates angehören, stark in Anspruch genommen. Einerseits gingen die Arbeiten zügig voran; andererseits sind im Laufe des Jahres unvorhersehbare zusätzliche Fragen und Aufgaben aufgetaucht, insbesondere rund um die Kanalisation. Daher hat sich die Fertigstellung leicht verzögert. Dennoch konnte die Kirchgemeinde auf den 18. Januar 2025 zum Tag der Offenen Tür mit Haussegnung einladen. Der Kirchenrat durfte auch erfreut zur Kenntnis nehmen, dass die Wohnungen ohne grossen Werbeaufwand, allein durch die Rückkehr früherer Mieterinnen und Mieter und das Plakat am Baugerüst, vermietet werden konnten.
Bistum
Am 24. Mai 2024 hat die Nationalsynode im sechsten Wahlgang Frank Bangerter zum achten Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz gewählt. Er wurde am 14. September in der Kirche St. Peter und Paul in Bern geweiht. Mehrere Christkatholikinnen und Christkatholiken aus unserer Kirchgemeinde und Diaspora nahmen am Weihegottesdienst teil.
Seit dem 10. Februar 2024 stehen die altkatholischen Kirchen der Utrechter Union in Kirchengemeinschaft mit der Mar-Thoma-Kirche. Am 6. Oktober wurde diese Kirchengemeinschaft in Bern mit internationalen Delegationen aus der Mar-Thoma-Kirche in Indien und aus den altkatholischen Kirchen gefeiert. Einige Luzerner Gemeindeglieder haben an dieser Feier teilgenommen.
Die Nationalsynode hat den Synodalrat beauftragt, weitere Massnahmen zur Missbrauchsprävention zu ergreifen und die Abläufe im Falle einer Meldung zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurden Geistliche, Katechetinnen und Katecheten sowie weitere Personen, die in der kirchlichen Arbeit mit Kindern und besonders schutzbedürftigen Personen in Kontakt sind, aufgefordert, einen Sonderprivatauszug einzureichen.
Ökumene
Bei den vielfältigen ökumenischen, an denen die Kirchgemeinde Luzern beteiligt war, sind folgende besonders hervorzuheben:
- Das Ökumenische Institut Luzern hat das Buch «Ökumenisch lernen – Ökumene lernen» herausgegeben, in dem auch Adrian Suter zwei Beiträge aus christkatholischer Perspektive verfasst hatte. Er wirkte auch an der Buchvernissage mit, die am 29. April an der Universität Luzern stattfand.
- An der LUGA wurde der neu gestaltete Kirchenstand von den beiden katholischen Kirchen des Kantons betrieben (die reformierte Landeskirche hat sich aus dem gemeinsamen Auftritt zurückgezogen). Das Motto war «Auf der Reise meines Lebens», mit einem Floss als Symbol. Das christkatholische Logo auf dem Segel war sehr prominent sichtbar und regte zu Gesprächen an. Das erfolgreichste Element des Standes war die Fotobox, wo LUGA-Besucherinnen und -Besucher Selfies machen und ausdrucken konnten.
- Die Arbeit am Motto, Plakat und Aufruf für den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag erwies sich als schwierig, da in den Landeskirchen unterschiedliche Vorstellungen bestanden. Der christkatholische Kirchenrat hat die Initiative ergriffen, diesen Prozess in Zukunft wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken.
- Beim Kontakttreffen der Exekutiven der drei Landeskirchen vom 30. August war die christkatholische Kirchgemeinde Gastgeberin.
- Diesmal kollidierte der Pride-Gottesdienst nicht mit dem Waldgottesdienst, so konnte Pfr. Adrian Suter wieder in der Peterskapelle dabei sein, zusammen mit der reformierten Pfarrerin Barbara Steiner und dem römisch-katholischen Seelsorger und Leiter des Teams Peterskapelle Meinrad Furrer. Ein besonderes Element waren 2024 die spontanen Kurzimpulse zu Bibelstellen, die mit dem Glücksrad aus der Queer-Bibel ausgewählt wurden. (Die Queer-Bibel ist eine Sammlung von Bibelstellen, die speziell im Hinblick auf queere Identitäten ausgewählt und ausgelegt werden.)
- Bei der Telebibel Luzern gehren inzwischen drei der sieben Kommentierenden der christkatholischen Kirche an: Winfried Bader, Priesterin Ulrike Henkenmeier und Pfr. Adrian Suter. Ulrike Henkenmeier ist der Kirchgemeinde als regelmässige Stellvertreterin für Gottesdienste und zeitweilige Katechetin wohlbekannt; Winfried Bader ist Doktor der Theologie und war schon vor seinem Beitritt zur christkatholischen Kirche im Kommentatorenteam der Telebibel.
Interreligiöse Beziehungen
Die Vereinsgründung «Luzerner Forum der Religionsgemeinschaften», die für 2024 vorgesehen war, musste auf 2025 verschoben werden, da es von Seiten der beiden grossen Landeskirchen Fragezeichen zum Statutenentwurf gab. Daher lud die Spurgruppe am 17. September zu einer Aussprache ein. Der christkatholische Kirchenrat teilte die Bedenken der Schwesterkirchen nicht und hat sich in der Vernehmlassung positiv zum Statutenentwurf geäussert.
An der Woche der Religionen war die christkatholische Kirchgemeinde 2024 nur an der Friedensfeier beteiligt in der Lukaskirche. 2022 hatte es einen eigenen christkatholischen Abendanlass gegeben, 2023 die Beteiligung an einer interreligiösen Podiumsdiskussion. Eine stärkere christkatholische Beteiligung bei zukünftigen Durchführungen ist angedacht. – Die Woche der Religionen liegt bisher organisatorisch weitgehend in der Hand der römisch-katholischen Kirchgemeinde der Stadt Luzern, die dafür als einzige die nötigen Ressourcen hat; ab 2026 soll sie vom Verein «Luzerner Forum der Religionsgemeinschaften» organisiert werden.
Luzern, 22. Mai 2025
Kirchenrat und Pfarrer