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Spiritualitätsbedürfnis

Ob Achtsamkeit

Autor: Esther Albert, Kirchenrätin

Esteher Albert

Der Titel der aktuellen Ausstellung im Museum St. Urbanhof in Sursee hat bei mir einen Nerv getroffen. «Ob-Achtsamkeit zwischen Spiritualität und Achtsamkeit» Gesehen habe ich die Ausstellung noch nicht. Doch die Homepage gibt uns einen kleinen Einblick: https:// www.sankturbanhof.ch/ausstellungen/ob-achtsamkeit/
Im Saaltext schreibt die Kuratorin Barbara Ruef: «Spiritualität wird zum miliardenschweren Konsumgut unserer Leistungsgesellschaft: Obacht vor Achtsamkeit.» Ich habe mich schon oft gefragt, warum sich so viele Menschen von der Kirche abwenden, trotz ihrem Bedürfnis nach Spiritualität. Missbrauchskandal und starre kirchliche Strukturen halte ich für eine Ausrede. Ich beobachte bei Menschen meines Alters, dass viele beim Thema Religion in den Kinderschuhen stecken geblieben sind. Sie haben in ihrer Kinderund Jugendzeit den ugang zur Kirche nicht gefunden, haben vielleicht noch kirchlich geheiratet und ihre Kinder getauft und wenden sich spätestens jetzt ab. Spiritualität finden sie bei Waldspaziergängen, Yoga und Meditation. Die Seelsorge übernimmt der Psychologe oder die Selbstfhilfegruppe und Antworten auf die grossen Fragen im Leben suchen sie in der Philosophie. Vergessen wird, dass Kirche auch Gemeinschaft ist. Die Kirchen sind gefordert. Sie müssen eine Balance finden zwischen Tradition und den Ansprüchen einer säkularisierten Gesellschaft, in der das einzelne Individuum im Focus steht. Die Kirche sollte wieder lebendiger werden. Aber wie geht das ohne aktive Mitglieder?