Wesentlich wenig – wirklich wesentlich
Die Hilfswerke, auch unser Hilfswerk «Partner sein», führen wie jedes Jahr in der Fastenzeit ihre ökumenische Kampagne durch. Das Motto «Hunger frisst Zukunft» erinnert uns daran, dass in den ärmsten Ländern der Erde die Sorge um das tägliche Brot jede Möglichkeit einer langfristigen Perspektive verhindert. Das ist wichtig, und wir Christkatholikinnen sind auch dieses Jahr wieder dabei. Wir sammeln in Luzern vor allem für die Projekte in Goma, Nord-Kivu, Republik Kongo: Einerseits Unterstützung von Waisenkindern; andererseits Ausbildung von jungen Frauen zu Näherinnen und Finanzierung von Nähmaschinen. Beachten Sie die beiligende Projektbroschüre von Partner sein (unsere Projekte sind auf Seite 8) und verwenden Sie gerne auch den Einzahlungsschein. Am Suppentag (30. März) können Sie mehr zu den Projekten erfahren und natürlich auch dort spenden.
Aber auch die Kirchen in der Stadt Luzern haben ihre eigene ökumenische Kampagne. Sie weitet die entwicklungspolitische Thematik der Hilfswerke auf unsere eigenen Lebensfragen aus: Fasten, so die Stadtkirchen, bedeutet nicht nur spenden, sondern bedeutet bewusst reduzieren, um so immer besser das Wesentliche in den Blick zu bekommen. Deswegen werden in Luzern zu Beginn der Fastenzeit Plakate mit dem Slogan «wesentlich wenig» aufgehängt. Verschiedene Kirchen führen spezielle Veranstaltungen dazu durch; in der christkatholischen Kirchgemeinde sind es zwei meditative Phantasiereisen und eine Heilfastenwoche gemeinsam mit der Peterskapelle.
Doch die christliche Botschaft bleibt nicht beim Fasten, beim Verzichten und beim Reduzieren stehen: An Ostern kommt für den Glauben das Licht, das neue Leben zum Durchbruch. Die Fastenzeit, der Verzicht und die Reduktion sollen unseren Blick schärfen auf das, was wirklich wesentlich ist, und an Ostern, so glauben wir, wird es uns geschenkt. Deswegen werden in der Karwoche und an Ostern Plakate mit dem (fast) gleichen Motiv, jetzt jedoch mit dem Slogan «wirklich wesentlich» aufgehängt.
Was ist für Sie wirklich wesentlich? Nicht alle werden diese Frage gleich beantworten. Menschen haben unterschiedliche Lebensziele und Prioritäten, und das ist auch gut und legitim. Gerade kürzlich bin ich in Gesprächen mit Gemeindegliedern wieder darauf gestossen, dass dies auch für die Zugänge zum Glauben gilt: Für manche ist es das In-sich- gehen, für andere das In-die-Welt-hinaus-gehen. Der eine Mensch sucht Gott in der Stille, der andere im Gespräch mit den Mitmenschen, der dritte in der Natur. Was für manche des Glaubens liebste Tradition ist, betrachten andere als überholt. Und was manche als Abkehr vom Glauben betrachten, ist für andere dessen Neuentdeckung.
Wenn Sie in den kommenden Wochen Ihren Konsum reduzieren, kann das Ihren Blick schärfen auf das, was wirklich wesentlich ist. Und was Sie dabei einsparen, ist bei «Partner sein» in den besten Händen.