Zukunftsvisionen für die Kirchgemeinde
Im Rahmen eines ganztägigen Workshops zur Gemeindeentwicklung arbeiteten zwölf Mitglieder der Luzerner Kirchgemeinde gemeinsam an Zukunftsvisionen für das Jahr 2035 – offen, kreativ und überraschend zielorientiert.
«Heute wollen wir fliegen.» Mit diesen Worten begrüsste Kirchenrätin Esther Albert die Teilnehmenden zum Workshop. Ziel war es, für einen Tag gewohnte Rahmenbedingungen abzulegen und möglichst frei sowie vielfältig zu denken – eine Einladung zu einem inspirierenden Prozess.
Zwölf engagierte Personen aus der Luzerner Kirchgemeinde trafen sich am Samstag, 8. November, um über die zukünftige Entwicklung der Gemeinde nachzudenken. Offen, kreativ und mit bemerkenswerter Motivation wurde sowohl räumlich, gestalterisch als auch inhaltlich gearbeitet. Grundlage bildete eine vorgängige Befragung von Gemeindemitgliedern sowie deren Auswertung.
Der Coach und Organisationsberater Martin Ineichen (inplus ag) führte uns ab 9 Uhr morgens in strukturierter Form durch den Tag – vom grossen Gesamtbild hin zu konkreten Aspekten und wieder zurück. In intensiven Diskussionen erinnerte uns der Leiter immer wieder daran, den Fokus zu wahren und die Zeit im Blick zu behalten.
In alle Richtungen durfte gedacht, diskutiert und argumentiert werden. Vieles befand sich noch in einer Art «Gärungsprozess» und begann, in den Köpfen der Teilnehmenden zu sprudeln. «Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung wechseln können», wie Martin uns zwischendurch in Erinnerung rief. Loslassen von Gewohntem und Erproben von neuen gedanklichen Wegen war dabei eine wichtige Übung.
Mit Freude und Spannung verfolgte die Gruppe die Entwicklung der Ideen bis hin zu möglichen Handlungsfeldern, die im weiteren Prozess durch eine Projektgruppe vertieft werden sollen. Die Visionen für die Kirche im Jahr 2035 zeigten sich vielfältig, kreativ und zukunftsgewandt. Welche der Ideen sich für die Kirchgemeinde als sinnvoll und realisierbar erweisen, wird sich in der kommenden Phase zeigen. Damit die Arbeit weitergeführt werden kann, hat die Kirchgemeindeversammlung vom 19. November 2025 im Budget Mittel für eine Machbarkeitsstudie genehmigt. Kirchenrat Ruedi Rey wird eine Projektgruppe zusammenrufen, die die Impulse des Workshops aufnimmt und weiterdenkt. Ziel ist es, bis zur Kirchgemeindeversammlung im Herbst 2026 die Handlungsfelder zu konkretisieren und eine inhaltliche wie formale Visualisierung der Möglichkeiten zur Abstimmung vorzulegen.
Um 15.30 Uhr endete der Workshop. Die Teilnehmenden zeigten sich bewegt und inspiriert von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich nun auftun. In kleinen Gruppen tauschte man letzte Gedanken aus, verabschiedete sich herzlich – und da und dort war ein zufriedenes Lächeln zu sehen. «Das Fliegen» hatte offensichtlich Freude bereitet.