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Wir leben nicht mehr in der volkskirchlichen Situation, wo der Grossteil der Bevölkerung der Kirche angehörte: Als Kleinkinder getauft  und dann in sie hineingewachsen. Vielmehr ist in unserer Gesellschaft die Zugehörigkeit zur Kirche je länger je weniger selbstverständlich.

Wir leben nicht mehr in der volkskirchlichen Situation, wo der Grossteil der Bevölkerung der Kirche angehörte: Als Kleinkinder getauft  und dann in sie hineingewachsen. Vielmehr ist in unserer Gesellschaft die Zugehörigkeit zur Kirche je länger je weniger selbstverständlich. Umso wichtiger wird deshalb das bewusste Dazugehören. Entsprechend gewinnt für den einzelnen Menschen die Taufe an Bedeutung. Denn sie ist für ihn grundlegendes Zeichen dafür, dass er mit Jesus Christus als seinem Herrn verbunden ist und so der Gemeinschaft der an Gott Glaubenden, der Kirche Christi, angehört.

Dieser veränderten Situation trägt unsere Kirche Rechnung, indem sie die Taufe betont als Anfang der sakramentalen «Eingliederung in die Kirche» versteht. Dabei orientiert sie sich an der frühen Kirche, die ebenfalls in einem multireligiösen Umfeld lebte und bei ihrer Praxis in erster Linie Erwachsene im Blick hatte. Die Taufe von Erwachsenen beginnt mit der «Vorbereitung»: einer Unterweisung im Glauben und der entsprechenden Praxis, dies verbunden mit einer Feier in der Kirche (den sogenannten Katechumenatsriten). Danach folgt in einem Gemeindegottesdienst die eigentliche Taufe, bestehend aus der Wassertaufe (mit dazu gehörendem Bekenntnis zu einem Leben im Glauben an Gott) und aus der Bitte um den Heiligen Geist (mit Handauflegung und Gebet sowie Salbung mit Chrisam). Im gleichen eucharis-tischen Gottesdienst nimmt schliesslich der oder die Neugetaufte zum ersten Mal an der Kommunion teil – als Beginn der Teilhabe am Leib Christi im Gottesdienst und Alltag. Damit die Taufe auch für Nicht-Erwachsene stimmt, ist die Praxis für Kleinkinder und für ältere Kinder entsprechend angepasst. 

Darüber hinaus gibt es aber Situationen, wo die gewohnte Vorbereitung und Durchführung der Taufe nicht möglich ist, weil sich ein Mensch – eine erwachsene Person oder ein Kind – in Lebensgefahr befindet. Doch auch in diesem Fall sollte eine Taufe möglich sein. Deshalb hat die Liturgische Revisionskommission den Ablauf einer «Taufe in Lebensgefahr (Nottaufe)» erarbeitet. Sie kann für alle Altersgruppen verwendet und von jedem getauften Menschen vollzogen werden. Dabei wird vorausgesetzt, dass ein Mensch, der sich in grosser Lebensgefahr befindet bzw. dass bei einem kleinen Kind dessen Eltern die Taufe wünschen.

Zentral an dieser Nottaufe ist, den Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser zu übergiessen oder, der Notsituation angepasst, mit benetzten Fingern seine Stirn dreimal mit einem Kreuz zu bezeichnen und dazu zu sprechen:

N (Vorname), du wirst getauft
im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

Danach wird von allen Anwesenden das Glaubensbekenntnis der Taufe (das Apostolicum) und zum Abschluss das Vaterunser gesprochen. 

Kann für die Nottaufe noch ein Priester oder eine Priesterin gerufen werden, besteht eine erweiterte Form, welche auch die Bitte um den Heiligen Geist sowie die Salbung mit Chrisam einschliesst.

Der Vollzug der Nottaufe muss dem zuständigen Pfarramt gemeldet werden, damit sie wie jede andere Taufe ins Taufregister eingetragen wird. Kann der so getaufte Mensch genesen, wird er später in einem Gottesdienst in die Gemeinde eingeführt. Dabei wird alles nachgeholt, was noch zur Taufe gehört. Also müssen etwa Eltern für ihr in Lebensgefahr getauftes Kind nicht auf eine kirchliche Feier verzichten.

Der Text dieser «Taufe in Lebensgefahr (Nottaufe)» steht im Rituale, dem Buch für die Geistlichen zur Feier der Sakramente. Leider fehlt er im vor gut zehn Jahren erschienenen Buch für die Gemeinde, dem Christkatholischen Gebet- und Gesangbuch. Deshalb wurde nun ein Blatt geschaffen, das auf der Website unserer Kirche (www.christkatholisch.ch) abrufbar ist und gedruckt auch im Schriftenstand aufliegt.

Pfr. em. Roland Lauber

 
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