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Der Schriftsteller und reformierte Pfarrer Kurt Marti ist im Alter von 96 Jahren in Bern verstorben. Er hat Krusten aufgebrochen, sich politisch als «christlich links» positioniert und literarisch an den Dadaismus angeknüpft.

 

Zum Tod von Kurt Marti, Schriftsteller und Pfarrer

Kurt Marti verband beides: das Schreiben und die evangelische Pastoral. 32 Jahre lang wirkte er in Kirchgemeinden – von Leimiswil/BE, über Niederlenz/AG bis nach Bern. Ab 1983 widmete er sich ganz der Schriftstellerei. Als Autor erhielt er eine Vielzahl von Auszeichnungen, 2011 auch den Preis der Schweizer Schillerstiftung, wie die Bibliotheksorganisation Bibliomedia Schweiz schreibt. Die letztjährigen Solothurner Literaturtage widmeten ihm zu seinem 95. Geburtstag eine Hommage.

Gegensätze verbunden

Der 1921 in eine Berner Notariatsfamilie geborene Kurt Marti studierte kurz Jurisprudenz, dann evangelische Theologie und ging nach Kriegsende als Praktikant in die ökumenische Kriegsgefangenenseelsorge in Paris. Ab 1949 arbeitete er als Pfarrer.
«Kurt Marti machte in seiner Arbeit Gegensätze fruchtbar», schreibt «SRF 4 News» (11. Februar): Er habe die Literatur mit der Theologie verbunden, das Nahe mit der weiten Welt, das Konkrete mit dem Abstrakten. Der Pfarrer-Autor sei auch ein politischer Mensch gewesen; er habe sich gegen die atomare Aufrüstung und den Vietnamkrieg engagiert und die «Erklärung von Bern» sowie die «Schriftsteller-Gruppe Olten» mitbegründet. «Seinen politischen Standpunkt definierte er als «christlich links», so «SRF 4 News».

Krusten aufgebrochen

«Das Wort war ihm (…) stets ein Evangelium, sowohl das theologische wie das dichterische», schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) in ihrem Nachruf vom 11. Februar. «Aber die Heilsbotschaft, die sich darin verbarg, war fern von aller Betulichkeit.» Die Sphären von Evangelium und Politik hätten bei Marti «untrennbar» zusammengehört.
In beiden Bereichen hat Marti laut NZZ «Krusten aufgebrochen». Das Vaterunser dichtete er 1980 um in: «unser vater / der du bist die mutter / die du bist der sohn / der kommt / um anzuzetteln / den himmel / auf erden.»

kath.ch/rp

 
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