Logo Christkatholische Kirche Schweiz
Header Kleiner
      
   

Pfarrerin Liza Zellmeyer erzählt, wie und warum sie in der Fastenzeit fastet

(lk:) Was bedeutet Ihnen die Fastenzeit allgemein?
Zellmeyer: Die Fastenzeit bedeutet für mich eine Zeit irgendwie ausserhalb der gewohnten Zeit.

Wie gestalten Sie die Fastenzeit?
Verzicht auf Alkohol und Fleisch. Daraus ergibt sich auch mehr Zurückgezogenheit was gesellige Anlässe und Beizengang anbelangt. Ansonsten habe ich keine spezielle Gestaltung der Fastenzeit.

Warum gestalten Sie diese so?
Der Verzicht auf Dinge, die ich sehr gerne habe und geniesse, wendet meinen Blick nicht nur auf anderes, sondern ändert ihn auch gegenüber diesen wertvollen Dingen. Wenn in der Osternacht der Wein ins Glas fliesst, dann ist das etwas ganz Spezielles. Für mich macht die Fastenzeit das Erlebnis von Ostern viel deutlicher.

Welche Erfahrung haben Sie mit dieser «Fastenpraxis» gemacht?
Mit der Fastenzeit wird für mich wie eine Art Bremse gezogen. Es scheint mir immer wieder, als ob Vieles in meinem Leben einfach seinen Gang geht, und mit den Monaten einen immer schneller werdenden Gang, der wird so runtergeschaltet. Einen solchen Verzicht üben – für mich ist das ein ziemlicher Verzicht… – kann ich aber nur, weil die Fastenzeit für mich fix ist und ich nicht jeweils entscheide, ob ich den Verzicht nun durchhalten will oder nicht. Ich mache das fraglos. Deshalb ist für mich auch der Sonntag ein Fastentag – abgesehen vom Messwein – sonst hätte ich Mühe, das durchzuhalten. Da Alltagssituationen durch den Verzicht auf gewisse Dinge verändert sind, werde ich ruhiger. Es wird mir durchaus auch langweilig, vor allem das Essen. Auch diese Langeweile tut irgendwie gut. Sie baut Spannung ab.

Wo haben Sie diese Praxis erlernt?
Nirgends.

Wann haben sie damit begonnen?
Vor zirka 15 Jahren zusammen mit meinem Mann Thomas.

Liza Zellmeyer ist Pfarrerin in Biel und Allschwil.

 
(c) 2012 by Christkatholische Kirche der Schweiz