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Vom 18. bis 22. Juni 2017 tagte die Internationale Altkatholische Bischofskonferenz (IBK) in Wien (Österreich).

Breiten Raum nahmen die Informationen und Planungen zum nächsten Internationalen Altkatholiken-Kongress im kommenden Jahr – vom 20. bis 23. September 2018 in Wien (Österreich) – ein. Nach dem derzeitigen Stand werden die Kosten für die Kongresskarte bei rund € 150.– bis € 160.– liegen. Hinzu kommen die Kosten für die Übernachtungen. Dazu wurden bereits Überlegungen angestellt, preiswerte Möglichkeiten anbieten zu können. Von den Mitgliedskirchen wurde darüber hinaus Unterstützung in Aussicht gestellt. Das soll auch für den Jugendkongress gelten. Dieser wird in einer Jugendherberge stattfinden, wobei älteren Jugendlichen die Teilnahme an den Workshops bei entsprechendem Interesse ermöglicht werden soll. 

Als Schwerpunkt wurde das Thema «Theologische Bewertung der Segnung von Partnerschaften» diskutiert, zu dem Prof. Urs von Arx aus der Schweiz und Dr. Mattijs Ploeger aus den Niederlanden referierten. 

Prof. von Arx legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf eine eher grundsätzliche Auseinandersetzung mit Fragen der theologischen Bewertung von Partnerschaften im Sinne von biblisch-altkirchlichen Vorgaben. Die Frage der Sakramentalität von Ehe wie von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sieht er mit Verweis auf die Diskussionen zur traditionellen Sakramentenlehre als nachrangig zu behandeln an. Im Übrigen wies er aber auch auf die Auswirkungen einer Entscheidung in dieser Frage im Zusammenhang mit den Dialogen mit anderen Kirchen sowie auch innerhalb der unterschiedlichen Mitgliedskirchen der Utrechter Union hin.

Dr. Ploeger wiederum versuchte, mit vier Themenkreisen die gesamte Problematik so einzugrenzen, dass sie als Beginn eines Dialogprozesses dienen kann. Er führte aus, dass Homosexualität mittlerweile ein Teil der Wirklichkeit nicht nur in der Welt, sondern auch in der Kirche geworden ist und auch in allen altkatholischen Kirchen auf Akzeptanz stosse. 

Ein nächster Schritt wäre jetzt die Auseinandersetzung mit der Frage nach der Sakramentalität der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, wobei dies auch die grundsätzliche Frage nach den Sakramenten berührt.

Eine ausführliche Diskussion machte deutlich, dass die Problematik derart komplex ist, dass sie eines weiteren intensiven Nachdenkens und Gesprächs bedarf. Dies soll nun zunächst bei der nächsten Internationalen Altkatholischen Theologenkonferenz im Herbst diesen Jahres geschehen. Die Bischöfe werden die Erkenntnisse und Überlegungen dann in ihre weiteren Beratungen aufnehmen. 

Zum ersten Mal konnten die Bischöfe in ihrer Mitte den neuen Bischof der Tschechischen Kirche, Dr. Pavel Benedikt Stránský, mit grosser Freude willkommen heissen. 

Zu den allgemeinen Traktanden der Konferenz gehörten unter anderem die Rechnungslegung, die Berichte aus den Kirchen sowie aus den ökumenischen Gremien und Dialogprozessen.

In der ersten Juli-Woche wird die zweite Mandatsperiode des Dialogs mit der Römisch-katholischen Kir-che abgeschlossen. Die durch weitere Artikel ergänzte Publikation «Kirche und Kirchengemeinschaft» (2009) wird dann in gedruckter Form vorliegen. Sie enthält Texte zu den Mariendogmen von 1854 und 1959, zum Verhältnis von Ortskirche und Universalkirche, zu verbindlichem Lehren und Unfehlbarkeit und zum Thema Eucharistie- und Kirchengemeinschaft. Ein weiterer, nur von altkatholischer Seite verantworteter Text befasst sich mit der Frage der Ordination von Frauen zum priesterlichen Dienst.

Turnusgemäss fanden Wahlen statt, bei denen Bischof Rein zum Sekretär und Bischof Ring zum «Schatzmeister» jeweils einstimmig wiedergewählt wurden.

Geplant wurde, den Abschluss der Kirchengemeinschaft mit der Kirche von Schweden, vom 19. bis 21. Januar 2018 in Utrecht, in einem festlichen Rahmen zu würdigen. Neben Gästen aus der Anglikanischen Kirche wird auch die Erzbischöfin von Uppsala, The Most Rev. Antje Jackelén, erwartet.

Die Sitzung der IBK wurde einen Tag lang für ein gemeinsames Treffen mit den Bischöfen der anglikanischen Kirchengemeinschaft mit Jurisdiktion auf dem europäischen Festland unterbrochen. Themen waren unter anderem Fragen des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch sowie mögliche Konsequenzen für die anglikanischen Gemeinden in Europa im Zusammenhang mit dem «Brexit».

Die nächste ordentliche Sitzung der Internationalen Altkatholischen Bischofskonferenz wird vor dem Internationalen Altkatholiken-Kongress vom 17. bis 20. September 2018 in Wien stattfinden.

Erzbischöfliches Büro, Amersfoort

Informationsstelle, Bern
Maja Weyermann

 
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