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Seit Anfang des Herbstsemesters hat die Theologische Fakultät der Universität Bern eine neue Struktur Sie ist fortan nicht mehr in zwei Departemente – je eines für evangelische und christkatholische Theologie – gegliedert. Die Fakultät zählt nun acht Institute, vier davon sind neu: Aus dem bisherigen Institut für Biblische Theologie wurde je ein Institut für Altes Testament und eines für Neues Testament geschaffen; eine Abteilung des Instituts für Praktische Theologie wurde als Institut für Empirische Religionsforschung verselbstständigt; das Departement für Christkatholische Theologie wurde in ein gleichnamiges Institut umgewandelt.

Mehrere Faktoren führten zur Umstrukturierung, die in den letzten zwei Jahren innerfakultär vorbereitet und durch Senat und Universitätsleitung genehmigt worden ist. Die Universität bevorzugt mehr und mehr grössere Einheiten und zentralisiert bestimmte interne Abläufe. Das Aufgeben der Zwischenebene der Departemente reduziert den Verwaltungsaufwand. Die Universität bekennt sich dazu, «Volluniversität» zu sein: Dies schliesst eine Theologische Fakultät ein. In Bern ist sie die älteste, aber auch die kleinste der insgesamt acht Fakultäten. Das Departement für Christkatholische Theologie war das kleinste der Universität mit sehr kleinen Studierendenzahlen.

Was wird anders, was bleibt?

Das Institut für Christkatholische Theologie (ICKath) gibt die ausführende Verantwortung für Finanz- und Personaladministration an das Dekanat ab. Es ist nicht mehr wie bisher automatisch in der Fakultätsleitung vertreten. Der ursprüngliche Plan bei der Errichtung einer einzigen Fakultät im Jahr 2001 – dass jedes Departement abwechselnd den Dekan bzw. die Dekanin stellen würde – hat sich schon nach den ersten Jahren nicht durchhalten lassen. Im Fakultätskollegium, dem höchsten Organ der Fakultät, sind die christkatholischen Professuren vertreten, christkatholische Dozierende, Assistierende und Studierende nur nach Wahl durch die jeweilige Standes-Vollversammlung.

Auf den Stellenetat sowie den Lehr- und Forschungsbetrieb des ICKath wirkt sich die veränderte Struktur der Theologischen Fakultät nicht aus; in der neuen Studienordnung und im neuen Fakultätsreglement, die ebenfalls zu Beginn des Herbstsemesters in Kraft getreten sind, wird gewährleistet, dass Studierende auch weiterhin ein volles Theologiestudium mit christkatholischem Schwerpunkt absolvieren oder mit einem Doktorat oder einer Habilitation in christkatholischer Theologie abschliessen können. Am ICKath gibt es Stellen für Kirchengeschichte (insbesondere Altkatholizismus), Systematische Theologie, Liturgiewissenschaft und Ökumenische Theologie.

Ökumenisch orientiert, im christkatholischen Denkstil geschult

Die Theologische Fakultät versteht sich als ökumenisch orientierte Fakultät, an der Studierende evangelische und christkatholische Theologie, aber auch interreligiöse Studien und Judaistik studieren können. Im christkatholischen Schwerpunkt hat das Studium der ökumenischen Beziehungen gros-ses Gewicht, insbesondere durch anglikanische und orthodoxe Gastdozierende. Dadurch, dass eine grosse Anzahl von Lehrveranstaltungen dem evangelischen und christkatholischen Schwerpunkt gemeinsam sind, kennen sich christkatholische Studierende auch in reformatorischer Theologie gut aus.

Auch künftig wird das ICKath die Fragen beschäftigen: Wie wird christkatholische Theologie mit ihrem eigenen theologischen Denkstil junge Theologinnen und Theologen prägen und auf ihre spätere Tätigkeit vorbereiten, etwa im christkatholischen Pfarramt? Wie gestaltet und entwickelt das Institut die bewährte theologische Kultur an der Berner Alma Mater?

Der Theologie an der Universität stellen sich heute generell neue Herausforderungen. Eine davon wird infolge der Umstrukturierung sichtbar: Während die Bezeichnung «evangelisch» überall weggefallen ist, trägt allein das ICKath «christkatholisch» im Namen. Bisher hat sich christkatholische Theologie nicht in einem konfessionellen Sinn verstanden, sondern das «christkatholisch» im Sinne einer katholisch verorteten Tradition des Theologisierens aufgefasst. Das will das Institut so fortführen.

Der Beitrag der christkatholischen Theologie

Christkatholische Theologie hat auch unter veränderten Vorzeichen einen spezifischen Beitrag zu leisten. Mit ihrer Verwurzelung in der katholischen Tradition und ihrer Vernetzung mit anglikanischer und ostkirchlicher Theologie, ist die christkatholische Theologie ein ökumenisches Plus der Theologischen Fakultät.

Christkatholische Theologie hat seit 1874 zur internationalen Ausstrahlung der Universität Bern beigetragen. So arbeiten und studieren am Institut zurzeit Personen mit zehn unterschiedlichen Muttersprachen, fast jeder Doktorand und jede Habilitandin hat eine andere Nationalität. Qualifizierte Internationalität ist ein christkatholisches Markenzeichen.

Christkatholische Studierende und Dozierende sind eine Minderheit. Das war nie anders, doch in Zeiten, in denen Zahlen zählen, spielt es eine Rolle. Das ICKath ist erfahren im Umgang mit dem Thema Religion und Minderheit. Es weiss, dass Religion in der Gesellschaft und Theologie an der Universität auch als Minderheit etwas bewirken kann und öffentliche Verantwortung trägt. Das Institut will Menschen heranbilden, die die Liebe zur Theologie und die Loyalität zur Kirche mit offenen Augen in die Zukunft tragen.

Prof. Dr. Angela Berlis

www.christkath.unibe.ch

Am 23. März 2018, von 14 bis 18 Uhr: Öffentliche Veranstaltung zum Thema «Christkatholische Theologie».

 
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