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Die Engadiner Kantorei gastiert in vier Schweizer Städten. Ihre Mitglieder stammen nicht allein aus dem Engadin, sondern kommen aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz. Am diesjährigen Konzert werden Kompositionen von römisch-katholischen, reformierten und einem christkatholischen Komponisten – nämlich Carl Attenhofer – vorgetragen.

 

Engadiner Kantorei konzertiert in Basel, Bern, Luzern und Zürich

«Cantus gloriosus (herrlicher Gesang)» erklingt in den Konzerten der Engadiner Kantorei, einem Ensemble 40 versierter, zumeist jugendlicher Sängerinnen und Sänger, die mit ihrem a-capella-Gesang geistlicher Werke das Publikum begeistern.

Es sind allerdings nicht Bündner Musizierende, sondern Sangesbegeisterte aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz, die sich Jahr für Jahr in Samedan treffen, um ein anspruchsvolles Programm einzustudieren und dem interessierten Publikum im Engadin und im Unterland zu präsentieren.

Eine Besonderheit ist die dreifache Ökumene, die das diesjährige Programm auszeichnet: Neben Chorwerken römisch-katholischer sowie protestantischer Tradition erklingt auch Musik christkatholischer Kultur – Musik des romantischen Schweizer Komponisten Carl Attenhofer. Als Sohn des Klosterschankwirts in Wettingen geboren, wurde der musikalisch begabte Knabe früh gefördert, was bald Früchte trug: Attenhofer avancierte zum ersten Trompeter der Badener Kadettenmusik. Nach intensiven musikalischen Studien, unter anderem in Leipzig, kehrte er als umfassend gebildeter Musiker in die Schweiz zurück und wirkte in Muri, Wohlen und Rapperswil. Das Eidgenössische Sängerfest 1866 wurde schliesslich zum Sprungbrett seiner weiteren Karriere: Beeindruckt von Attenhofers Leistungen, wählte der Männerchor Zürich den jungen Musiker zu seinem Leiter, 1870 wurde er zum Musikdirektor der Universität Zürich berufen, die ihn 1889 mit der Ehrendoktorwürde auszeichnete.

Von der jungen christkatholischen Bewegung begeistert, amtete Attenhofer ab 1879 als Organist an der Augustinerkirche in Zürich und verfasste unter anderem Mess-Vertonungen in deutscher Sprache.

In den aktuellen Konzerten der Engadiner Kantorei erklingen Kyrie und Gloria seiner deutschen Messe in C-Dur op. 77. Sie stellen dabei gewissermassen die Antwort auf ein Kyrie und Gloria des berühmten italienischen Meisters Claudio Monteverdi dar, dessen 450. Geburtstags in diesem Jahr gedacht wird. Gleichsam als Proprium werden den Messteilen Monteverdis und Attenhofers Motetten von Felix Mendelssohn, Johannes Brahms und Hugo Distler zur Seite gestellt sowie der eingangs zitierte, eindrucksvolle «cantus gloriosus» des polnischen Komponisten Jósef Swider. Noch heute erinnern Attenhoferstrassen in Wettingen, in Rapperswil-Jona sowie im Zürcher Stadtkreis 7 an den aussergewöhnlichen christkatholischen Schweizer Musiker, dessen Kunst in den diesjährigen Konzerten der Engadiner Kantorei wieder einmal lebendig wird.

Johannes Günther


Termine

  • Samstag, 28. Oktober 2017, 20 Uhr, Luzern, Franziskanerkirche
  • Sonntag, 29. Oktober 2017, 17 Uhr, Zürich, Predigerkirche
  • Samstag, 13. Januar 2018, 20 Uhr, Basel, Peterskirche Sonntag, 14. Januar 2018, 17 Uhr, Bern, Münster
 
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