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Mit Kuno Flury verstarb am 22. Oktober ein sehr engagierter Lehrer, begeisterter Wanderer und um die Kirche verdienter Mann.

 

Kuno Flury wurde am 30. Juli 1920 in Derendingen geboren, wo er aufwuchs und die Schulen besuchte. Sein Vater Max Flury war Lehrer, so war es naheliegend, dass Kuno das Lehrerseminar in Solothurn absolvierte. Dort war er auch Mitglied und Oberturner in der Studentenverbindung Amicitia. Vor der Patentierung 1940 musste er in Kestenholz zwei Schulen mit 76 Schülern von der 4. bis zur 8. Klasse übernehmen und kurz nachher seinen Vater vertreten.

Nach zweijährigem Militärdienst vom Rekrut bis zum Leutnant unterrichtete er an verschiedenen Schulen, bis er im Frühling 1948 an die Oltner Schulen gewählt wurde und dann im Kindergartengebäude im Bifang die 3.- und 4.-Klässler unterrichtete. 1955 wurde er, wie er selber sagt, zum Vorsteher des Bifangschulhauses «verknurrt», was er aber dann 30 Jahre lang war: Zwölf Jahre im Bifang mit dem Bau der neuen Turnhalle und nach dem Bau des Sälischulhauses, wo er sehr engagiert war, ab 1967 bis 1985 im Säli. Ein Jahr später demissionierte Kuno Flury nach 46 Dienstjahren als sehr engagierter Lehrer. Sein Engagement für die Jugend zeigte sich auch darin, dass er neben seinem Primarschulunterricht verschiedene nebenamtliche Tätigkeiten ausübte: Handfertigkeitskurse (Kartonnage und Holzbearbeitung), Unterricht an der Gewerbeschule an verschiedenen Klassen sowie an der Hafnerschule auf der Froburg. Im Jugendcorps war er zuständig für das Schiessen, Turnen sowie Hand-ball und leitete jahrelang die Skilager der Kantonsschule mit Germann Cartier.

Im Dienste der Öffentlichkeit

Er stellte seine Fähigkeiten und seine Arbeitskraft auch in den Dienst der Öffentlichkeit, so als Leiter der Jugendriege des Turnvereins Olten, Präsident des Lehrerturnvereins Olten, technischer Leiter beim Kantonalverband solothurnischer Lehrerturnvereine, Aktuar der Bezirksschulkommission und als Lehrervertreter in der Personalkommission der Stadt Olten. Dazu leistete er 1288 Diensttage als Oberleutnant im Militär.

Neben all diesen Aktivitäten fand er noch Zeit, sich für unsere Kirchgemeinde einzusetzen: Im Vorstand «Altersheim Stadtpark» und als Präsident der Heimkommission vertrat Kuno Flury während 15 Jahren unsere Kirchgemeinde hervorragend und mit grossem Engagement. Er amtete während 27 Jahren als Aktuar und Kirchgemeindeschreiber und war Mitglied in der Verwaltungskommission der Pfarrpensionskasse. Erholung und Unterstützung fand Kuno in seinem gepflegten Heim am Terrassenweg 9, das er zusammen mit seiner Frau Annemarie 1955 gebaut hatte, und in der Familie mit den drei Töchtern Annemarie, Danielle und Silvia.

Kunos grosse Leidenschaft waren Reisen und Wanderungen, er besuchte viele Länder und Inseln bis in die Mongolei und nach Kalifornien. Die Dolomiten erwanderte er während 24 Reisen, 22 davon mit Germann Cartier, er unternahm 35 Reisen nach Frankreich und war 36-mal in Alassio.

Zu seinem 95. Geburtstag auf dem Allerheiligenberg schrieb er seinen Lebenslauf in Versform auf und beklagte sich, dass er nicht mehr so gehen könne, wie er möchte, aber er freute sich immer über die Aussicht auf seine geliebten Berge. Dabei gedachte er auch seiner verstorbenen Tochter Danielle und seiner geliebten Frau Annemarie. Mit dem Verkauf des Hauses habe er seine Heimat verloren, und es tue ihm weh, dass er seine Schritte nicht mehr an den Terrassenweg lenken könne. Nun ist ein reiches, erfülltes Leben zu Ende gegangen und Kuno hat am 22. Oktober 2017 seine letzte Ruhe gefunden.

Brigitta Köhl

 
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