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Am 20. September 2017 ist der irdische Einsatz von Pfarrer Eugen Herzog im 72. Lebensjahr zu Ende gegangen. Sein Körper war ermattet von der Krankheit, der Eugen allerdings länger als man erwarten konnte Widerstand geleistet hat.

 

 

Nachruf auf Pfarrer Eugen Herzog

Typisch Eugen halt: dieses Widerstand leisten. Widerstand leisten für das Evangelium und die christkatholischen Leitmotive. Oder umgekehrt formuliert: «typisch Eugen» bedeutet, sich voll und ganz einsetzen für die christliche Botschaft, und dies mithilfe der christkatholischen Strukturen! Er war stolz ein «Herzog aus Luzern» zu sein und in die Spuren unseres ersten Bischofs treten zu können. Und auch wenn er nicht gleich nach der Matura christkatholische Theologie studiert hatte, fand er doch schnell zu seiner Lebensaufgabe.

Für die Menschen da zu sein – insbesondere für die, welche am Rande stehen. Ihre Sorgen und Nöte anhören und lindern. Mit tatkräftigem Einsatz – er war in sehr verdankenswerter Weise jahrelang in unserem Hilfswerk «Partner sein» aktiv – als zuhörender Seelsorger und als Verkünder der Frohbotschaft Christi!

Insbesondere die Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten aus dem Lukasevangelium hat das Engagement von Eugen geprägt. Dieses «fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine grosse Freude … heute ist euch der Retter geboren», das ein Engel den Menschen, die am Rande stehen, nahe bringt, leitete das Wirken von Eugen. Aus Liebe zur Menschwerdung Gottes das Leben zu gestalten – das war für ihn ein christkatholisches Leitmotiv!

Ich greife da auf seine eigenen Worte bei der Abdankungspredigt für Erwin Gut zurück. Eugen formulierte es so:

«Erwin gelang es ein altkatholisches Leitmotiv, nämlich aus Liebe zur Menschwerdung Gottes in Christus, das Katholische menschlich und das Menschliche katholisch, allumfassend zu gestalten... Er sprach es selten und dann nur leise aus, dass es ihn besonders freute, wenn er erlebte wie seine Mitmenschen von der Herrlichkeit Gottes lebten und nicht umgekehrt, selbstherrlich andere dominierend.»

Wie sehr hat Eugen in diese Predigt auch sein Eigenes einfliessen lassen! Nicht, dass er selber selten und leise gesprochen hätte – das sicher nicht – aber die innere Überzeugung «das Leben aus der Liebe zur Menschwerdung Gottes zu gestalten!» hatte er mit Erwin gemeinsam.

Unterstützt hat ihn bei dieser Lebensgestaltung seine Frau Lydia. Ohne sie – das wusste er – hätte er in den Gemeinden Allschwil-Schönenbuch, Birsigtal und danach in Möhlin, und in seinem vielfältigen Einsatz in der Gesamtkirche nie das zustande bringen können, was er zustande gebracht hat! Lydia, die drei Kinder Esther, Benedikt und Sonja (in den letzten Jahren auch die zwei Grosstöchter) haben Eugens Kreativität und seine unerschöpfliche Geisteskraft unterstützt, gestärkt und wohl auch immer wieder einmal herausgefordert.

Die geistige Herausforderung war auch das, was Eugen sein Leben lang wollte und suchte. Wenn er nicht diskutieren und die Sache immer noch einmal und noch einmal sowohl von theologischer wie auch von philosophischer Seite betrachten konnte, gab er keine Ruhe oder wur-de unzufrieden mit sich oder/und den anderen.

Seine «Lust am Philosophieren und Diskutieren» prägten auch seine Predigten und die Gespräche mit ihm. Erholung und Stärkung fand er auf «seiner» Alp im Tessin. Im tatkräftigen Bauen, Umpflügen, Säen und Ernten, aber auch im geselligen Zusammensein bei einem guten Tropfen Wein und einem Jass.

Danke für alles, lieber Eugen!

Ruhe im Frieden unseres Herrn Jesus Christus.

Wir werden dich in unseren Gedanken und in der Verkündigung der Weihnachtsbotschaft an die Hirten weiterleben lassen:

«Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch grosse Freude, denn euch ist der Retter geboren!»

Diakonin Karin Schaub

 
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