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Teus – wie ihn seine Freunde nannten – wurde am 19. April 1931 in Hilversum geboren. 1956 empfing er die Priesterweihe. Dann arbeitete er als Pfarrer in Leiden, Ijmuiden und Arnhem. 1979 wurde er zum Bischof von Deventer ernannt. 1982 wurde er zum 82. Erzbischof von Utrecht gewählt. Im Jahr 2000 ist er zurückgetreten. 1956 hat er seine Frau Gerda geheiratet. Es wurde eine enge und glückliche Ehe. Die beiden hatten zwei Töchter: Jeanine und Barbara.

Prägende Persönlichkeit

Er war eine der grossen altkatholischen Bischofsfiguren. Bei allen Unterschieden ist er mit den starken holländischen Bischöfen Andreas Rinkel, Engelbertus Lagerwey oder Gerardus van Kleef in einer Reihe zu sehen. Er war von grosser Bodenständigkeit und Erdverbundenheit, was wohl mit seiner bäuerlichen Herkunft zu tun hatte (die er gerne betonte). Er war kein spekulativer oder theoretischer Denker. Aber er war von ausserordentlicher theologischer Differenziertheit. Zudem war er ein begnadeter Brückenbauer, der auch bei schwierigsten Unterschieden Menschen zusammenbringen konnte. Ein echter Pontifex eben.

Ein Mann mit Humor

Wir haben zusammen viele Bischofskonferenz- und Bürositzungen bewältigt – mit oft heiklen Problemen und schwierigen Persönlichkeiten. Wir haben gemeinsam versucht, die Bischöfe zu einem Kollegium zu verbinden – nicht zuletzt durch persönliche Kontakte auf Ausflügen und bei gemeinsamen Essen. Das brachte die Bischöfe auch menschlich näher zusammen. Dass das gelang, war nicht zuletzt sein grosses Verdienst. So hat er das Bischofskollegium massgeblich geprägt – mit tiefgründiger Arbeit und – nicht zu vergessen – mit vergnüglichem Zusammensein. Neben aller Ernsthaftigkeit hatten wir es deshalb auch immer wieder sehr lustig. So etwa, als wir an einem schönen Sommerabend nach einer Sitzung im Garten des bischöflichen Hauses in Bern fröhlich zusammensassen. Teus lachte so laut und klopfte sich vor Vergnügen so heftig auf die Schenkel, dass ich Lärmbeschwerden der Nachbarn fürchtete.

Tiefe Freundschaft

Erzbischof Antonius Jan Glazemaker und ich lernten uns 1982 kennen. Die Pfarrer der Region Basel haben damals den neuen Erzbischof zu einem Gespräch eingeladen. Wir wollten wissen, wer der neue «Chef» der Utrechter Union ist. So begann vor 36 Jahren unsere Beziehung. Später haben wir in der Bischofskonferenz eng zusammengearbeitet. Das hat uns zu einer tiefen Freundschaft verbunden, die weit über die amtliche Beziehung hinausging. Er ist mir ein enger Freund geworden. Das hat sich nicht zuletzt auch daran gezeigt, dass wir nicht nur tiefe Gespräche führten und die alte enge Verbindung zwischen Bern und Utrecht wieder erstand, die es schon zwischen Erzbischof Andreas Rinkel und den Bischöfen Adolf und Urs Küry gegeben hatte. Er hat nichts überstürzt. Er ist schwierige Probleme wie die Frauenordination oder den Umgang mit Homosexualität geduldig, theologisch versiert aber zugleich pragmatisch angegangen.

Steckenpferd Liturgie

Eines seiner grossen Interessen war die Liturgie, die er für sich, bei den Geistlichen und bei den Gemeinden sehr pflegte. Und er arbeitete viel für die Ökumene. 1948 hat er die Gründung des Weltkirchenrates miterlebt. Das war ein Schlüsselerlebnis für den Jugendlichen. Das zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) brachte für alle Kirchen neue Öffnungen. Das hat die Beziehung zur Utrechter Union sehr entspannt. Das war für ihn eine grosse Freude und Genugtuung. Ihn hat die Spaltung der Kirchen nämlich schon als Jugendlichen sehr beschäftigt und für seine ganze kirchliche Laufbahn geprägt.

Er ruhe im Frieden seines Herrn.

Bischof em. Hans Gerny

 
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