… warten …

Wie sehnsüchtig haben wir Kinder jeweils auf den Samichlaus gewartet, voll Vorfreude und auch ein bisschen aufgeregt! Was würde er uns wohl sagen? Konnten wir das Sprüchli gut auswendig rezitieren?

Wir warten ja oft im Leben: Warten in der Schlange an der Kasse oder vor dem Billettautomaten, warten auf den Zug, warten vor der Ampel auf grünes Licht, warten beim Arzt, warten auf die Geburt, warten auf einen Besuch der erwachsenen Kinder… Technische Errungenschaften wie Self-Checkout-Kassen und Handy-Apps kürzen heute das ungeduldige Warten in vielen Bereichen ab. Wo aber auf eine wichtige Begegnung, auf ein existentielles Erlebnis gewartet wird, kann man nicht abkürzen. Da lassen Vorfreude und Hoffnungen – einigermassen – geduldig warten. 

«Advent» und «Abenteuer» haben vom Lateinisch-Altfranzösischen her dieselbe Wortwurzel: «advenire» bedeutet ankommen, sich ereignen. Im Advent warten wir Christen auf die Ankunft Gottes in der Welt. Und ist es nicht ein Wagnis, ein Abenteuer sondergleichen, dass sich Gott mit uns Menschen einlassen will? Erwarten wir wirklich etwas davon? Spüren wir Hoffnung und Vorfreude auf dieses ausserordentliche Ereignis?

Mein Mann ist in diesen Tagen wieder als Samichlaus unterwegs und er kann bestätigen: 

Auch heute warten die Kinder noch gespannt auf den Samichlaus. Und sie freuen sich nicht wegen der Süssigkeiten-Geschenke, sondern auf die Begegnung mit dem St. Nikolaus.

Franziska Hälg-Steffen