Advent und Weihnachten – Botschaft des Friedens und der Ordnung…

Sie halten das letzte Gemeindeblatt des Jahres 2020 in Händen und zugleich das erste des Jahres 2021. Nicht immer konnte es in diesem Jahr erscheinen, und so manches wurde in Frage gestellt und so mancher wird sich bange fragen, was noch alles kommt. Was das Jahr dann sonst noch bringt bleibt aber eher mal abzuwarten.

Es gibt Zeiten, da bleiben Arbeiten liegen, neu hinzukommende werden auf denselben Stapel gelegt und der Berg des Unerledigten wächst und wird höher.

Dies geschieht so lange bis die persönliche Alarmglocke durch-dringende Warnsignale abgibt wie unkoordinierte Handbewegungen des „ich-schmeiss-alles-hin“, unweigerliches Augenzuklemmen für das Spiel „Chaos-ich-seh-dich-nicht-und-du-mich-nicht“ oder unweigerlicher Rückwärtsgang aus betreffendem Raum. Da hilft nur ein Machtwort und -tat! Tief durchatmen und sich an die Arbeit machen; eines nach dem anderen. Welch schönes Gefühl zu sehen wie der Berg dann kleiner wird und den Kraftschub an Energie zu spüren, auch noch die letzten Hügel von Liegengebliebenem zu beseitigen! Wie schön kann ein aufgeräumter (Schreib-) Tisch, geputzte Fenster, eine aufgeräumte Wohnung aussehen! Interessant, dass der Zustand des totalen Chaos in der Bibel gleich als Erstes geschildert wird, im Buch Genesis, das erste von den fünf Büchern Mose. Erst mit dem Machtwort und dem Eingreifen Gottes wurde nach und nach Ordnung hergestellt und führte zu Schönheit, Freude und Frieden. Wer sein Leben in Gottes Namen stellt, kann die Kraft des Aufräumens und der neuen „Aufgeräumtheit“ körperlich und seelisch spüren. Es erwachen neuer Lebenswille und Lebensmut, stark um Bäume auszureissen und das Bedürfnis, allen Mitmenschen diese Gefühle mitzuteilen; nicht egoistisch für sich selbst, sondern mit-den-anderen-zu-teilen. Dies war nach der Engelsbotschaft bei den Hirten auf dem Feld so wie auch heute bei Menschen, die den Weg aus persönlichem Chaos zum Gotteskind gefunden haben. Ja, das Durchatmen wie um einzutauchen in eine neue Welt stärkt den Schritt zu tun in Richtung Frohe Botschaft der Liebe und des Friedens. ER, der durch göttliches Eingreifen als Licht der Welt das Chaos vertreibt, Tag für Tag, bis alles gut ist, ist der einzig wirkliche Botschafter des Friedens:
Jesus, Sohn Gottes aus dem Hause Davids.

Abb. „Gerechtigkeit und Friede küssen sich“ (Illustration zu Ps 85,11; Stuttgarter Psalter; 9. Jh.)


Wir möchten, die Geburt Jesu Christi mit zu feiern, am Heiligabend, dem 24. Dezember um 17.00 Uhr in der weihnachtlich geschmückten ehemaligen Klosterkirche in Wettingen. Vielleicht doch eine Gelegenheit Weihnachten nicht nur als Fest der eigenen Familie zu feiern, sondern erweitert als Familie Gottes, denn Christen nennt eben jener Johannes auch «Kinder Gottes».

Ihr Pfarrer Wolfgang Kunicki