Kapelle im Studentenheim Bern

Aus der Reihe: Kapellen in der Schweiz

Wo Studierende der Theologie zusammen wohnen und sich auf den kirchlichen Dienst vorbereiten, ist in aller Regel der Weg zu einem Gottesdienstraum nicht weit. Darin unterscheiden sich die Konfessionen nicht. Bis 1971 war die Berner Kirche St. Peter und Paul der Ort, wo sich die im gegenüberliegenden Kirchgemeindehaus untergebrachten Studenten regelmässig zu Gottesdiensten trafen. Mit dem neu bezogenen Studentenheim am Pavillonweg 10 dauerte es bis Allerheiligen 1990, dass die Studierenden wiederum in ein paar Schritten einen Andachtsraum erreichen konnten.

Im Zusammenhang mit der 1988 von der Synode beschlossenen Innenrenovation wurde ein Kellerraum zu einer Kapelle umgestaltet. Sie ist dem Heiligen Nikolaus geweiht, da dieser in Ost und West gleichermassen verehrt wird – angesichts der orthodoxen Mitbewohner eine evidente Wahl. Im quadratischen Raum mit schwarzem Schieferboden stehen ein Altar und ein Ambo, je mit Schiefertafel und Plexiglasuntergestell. Dahinter sieht man ein mit Silberblech beschlagenes Kreuz, flankiert von zwei Ikonen (Muttergottes und Nikolaus). Entlang zweier anderer Wände ist eine Sitzbank für etwa zehn Personen. Eine Zentralleuchte lässt eine Hand Gottes über einem roten Dreieck in einem blauen Kreis erkennen. Je nach eingesetztem elektrischem Licht tragen auch die über Eck angeordneten farbigen Bleiverglasungsscheiben zum besonderen Charakter dieses von Architekt Martin Stauffer mit viel Einsatz gestalteten Raumes bei. Professoren, seit 2003 die drei bisherigen Studierendenseelsorger, haben hier immer wieder mit den Studierenden Gottesdienste gefeiert, letztere auch selbstständig. Am 6. Dezember wird mit dem Bischof das Patrozinium gefeiert.

Urs von Arx