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Ökumenischer Fastenzeit-Gottesdienst

Gemeinsam innehalten und die Fastensuppe geniessen

Die drei Landeskirchen luden zum ökumenischen Gottesdienst in die Oltner Stadtkirche ein.

Am 22. Februar luden die drei Landeskirchen zum ökumenischen Gottesdienst in die Oltner Stadtkirche ein; er wurde von Evgeniya Spalinger (Orgel und Querflöte) musikalisch mitgestaltet. Es war dies der erste Sonntag nach der Fasnacht und somit der Auftakt zur Fastenzeit, die den Zeitraum zwischen dem närrischen Treiben und Ostern abdeckt. Mehr als 100 Personen hatten der Einladung Folge geleistet. «Der Anlass steht unter dem Motto: ‹Zukunft säen›», hielt der christkatholische Pfarrer Ilya Kaplan bei der Begrüssung fest. Die Fastenzeit lade dazu ein, die Saat der Hoffnung, des Friedens und der Gerechtigkeit auszusäen. «Wir sollten dabei innehalten und unser Leben neu ausrichten», meinte er. Und sein reformierter Amtskollege Uwe Kaiser hielt fest, dass die Fastenzeit als Passionszeit dazu ermuntere, innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. «Als soziale Wesen sollten wir Menschen dabei unser Konsumverhalten überdenken sowie die Habsucht und den Materialismus gemeinsam überwinden», mahnte er an.

Predigt als Dialog

Die anschliessende Predigt war keine Predigt im eigentlichen Sinne, sondern – sehr ungewohnt, aber unbedingt zur Nachahmung empfohlen – ein Dialog der Pfarrgeistlichkeiten: Auf dem Weg zur Überwindung von Gier und Egoismus solle man das grosse Ganze sehen. «Der irdische Besitz ist nur geliehen. Das Teilen von Materiellem bedeutet einen Gewinn an Menschlichkeit. Gleichzeitig sollen wir uns für Frieden und Freiheit einsetzen». Das war die Botschaft der drei Theologen an die Versammlung.

Der römisch-katholische Pfarreileiter Adrian Bolzern, der dritte im Bunde, erläuterte anschliessend den Verwendungszweck der gemeinsamen Kollekte: Sie sei bestimmt für diverse Gruppen in Kenya, die sich bei ihren verschiedenen Projekten wie Wasserversorgung, Bodenbewirtschaftung, Landwirtschaft oder Ausbildung gegenseitig unterstützen. Dies sei nötig, da das Wirtschaftswachstum in dem ostafrikanischen Land zur Auslaugung der landwirtschaftlichen Nutzfläche geführt habe und nur ein paar Wenige aus den Eliten des Landes profitiert hätten. «Der Nutzen soll aber allen zu Gute kommen», machte Bolzern klar.

Im Anschluss durften alle, die mochten, am gemeinsamen Suppenessen im christkatholischen Kirchgemeindehaus teilnehmen. Rund 70 Interessierte machten davon Gebrauch. Gesponsert und geliefert wurde die Mahlzeit durch das Team des Restaurants «Kreuz» in Olten rund um Wirt Roger Lang, und das Küchenteam mit Eveline Ackermann, Esther Graf sowie Martha Vogt war für die Bewirtung zuständig. Leute von allen drei Konfessionen servierten die Suppe und das Brot. Das Teilen der Kürbissuppe, zur Fastenzeit passend, bildete den Abschluss eines bereichernden Morgens, der bestimmt noch vielen nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Beat Wyttenbach (Text und Fotos)

Im Dialog: Ilya Kaplan, Adrian Bolzern und Uwe Kaiser (von links) erläutern die Kernbotschaft der Fastenzeit.

Grosses Interesse: Viele Gottesdienstbesucherinnen und -besucher nahmen am anschliessenden Fastensuppe-Essen im christkatholischen Kirchgemeindehaus teil.

Das Küchenteam: Esther Graf, Eveline Ackermann und Martha Vogt (von links) sorgten für die Bewirtung der Gäste.