Advent: Zeit der Sehnsucht
17. Dezember 2025
Zur Advents- und Weihnachtszeit gibt es unglaublich viele Geschichten und Gedichte. Viele davon sprechen unsere Sehnsucht an, dass es doch noch etwas anderes geben müsse als die Probleme und Konflikte unseres Alltags oder jene der Weltgemeinschaft, denen wir uns ausgesetzt fühlen. Es muss ein Leben geben, das von Gott geprägt ist, in dem das Licht seiner Verheissung wirklich wird: ein Leben in Frieden und gegenseitiger Solidarität. Nur schöne Verheissungen, alle Jahre wieder? Warum wird diese Welt nicht wirklich heiler und heller? Alles Vertröstung?
Nein. Gerade weil wir diese Welt als so unvollkommen erfahren, brauchen wir den Blick in eine andere Welt, damit wir nicht verzweifeln. Und jetzt schon wird die Welt anders, wenn sich der Himmel über uns öffnet. In unsere Dunkelheit fällt ein Licht, in unsere Angst Vertrauen. Wenn Gott kommt, dann kommen wir zu uns selbst. Dann wird die Welt nicht einfach anders, aber wir erleben sie auf neue Weise. Sie ist nicht mehr so bedrohlich. Mitten in der Welt fühlen wir uns von Gottes Nähe umgeben. Wenn der Himmel aufreisst, wird auch unser Herz aufgebrochen, damit es sich dem öffnet, der allein es zu beruhigen vermag.
Jeden Augenblick kann es sein, dass Gott an die Tür meines Herzens klopft, um bei mir einzutreten. Es sind oft leise Impulse, leicht zu überhören. Advent ist die Zeit, hineinzuhorchen in die Stille, aufmerksam zu sein, was Gott mir zeigen möchte. Vielleicht kommt er zu mir, um mir zu sagen, dass ich an mir vorbeilebe, dass mein Leben nicht stimmig ist. Vielleicht will er mir die Augen öffnen, damit ich die Wirklichkeit neu sehe, so, wie er sie sieht. Dann werde ich offener und aufmerksamer werden für die Zeichen, in denen der offene Himmel sich ankündigt.
Ich wünsche Ihnen einen sehnsuchtsvollen Advent, eine heilvolle Weihnacht und ein gesegnetes neues Jahr.
Peter Grüter, Pfr.