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Bericht zum Fest des Zusammenschlusses der Kirchgemeinde Fricktal am 11. Januar 2026 in Möhlin

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Bericht zum Fest des Zusammenschlusses der Kirchgemeinde Fricktal am 11. Januar 2026 in Möhlin

Die Kirche war voll, weit über 200 waren in die Möhliner Leodegarkirche zusammengeströmt, viele Christkatholikinnen und Christkatholiken die den Zusammenschluss der fünf Kirchgemeinden im Fricktal spüren wollten. Auch Gäste aus der Ökumene und Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Einwohnergemeinden wollten etwas von der Dynamik dieses Vorgangs mitbekommen. Der Prozess der letzten Jahre war ja kein Zugeständnis wider Willens wegen mangelnden Mitteln oder fehlendem Personal, sondern eine bewusste Bündelung der Kräfte.

„Gemeinsam mutig weiter“ war das Thema. Als Bild erschienen mehrfach Puzzlestücke, die sich zusammenfügen. So trugen die vier Pfarrpersonen Hannah Audebert, Christian Edringer, Peter Feenstra und Stephan Feldhaus beim Einzug ein grosses Brett mit einer Landkarte vom unteren Fricktal mit. In fünf Farben waren die ehemaligen Kirchgemeinden sichtbar. Fünf Vertreterinnen und Vertreter dieser Gebiete fügten fünf grüne, ausgeschnittene Holzteile auf das Brett zusammen. So wurde das ganze Kirchengebiet nun grün, die Farbe der Kirchgemeinde Fricktal. Aber – so wurde betont – die eigenen Farben der Gemeindegebiete werden weiterhin zum Tragen kommen.

Fünf Sprecherinnen und Sprecher gaben einen persönlichen Eindruck ihres Kirchengebietes: Max Mayer für Magden-Olsberg, Coni Corrigan für Rheinfelden-Kaiseraugst, Corinna Gremper für Möhlin, Yvonne Hasler für Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen und Zeiningen sowie Gabi Hasler für Obermumpf-Wallbach.

Alle berichten, wie sie das Leben in ihrer bisherigen Kirchgemeinde erfahren haben. Über das Vereinsleben, Anlässe, kirchliche und kulturelle Highlights, die Qualitäten der verschiedenen Kirchgebäude, Kinder- und Jugendaktivitäten

Chorsängerinnen und Chorsänger aus den verschiedenen Gemeindegebieten bildeten unter der Leitung  von Hanna Järveläinen einen Projektchor und umrahmten zusammen mit dem Bläserquintett unter der Leitung von Markus Tannenholz und mit Alexandra Nigito an der Orgel eine festliche Umrahmung des Gottesdienstes.

Stephan Feldhaus brachte einen Impuls zur Bibelgeschichte der Weisen aus dem Morgenland, die bei König Herodes nachfragen, wo das neue Kind geboren sei, aber nachher nicht mehr zu ihm zurückgehen. Er wies darauf hin, dass es überall in der Welt machtgierige Könige gibt, die neidisch und ruchlos sind, aber auch weise Menschen, die Gottes Stimme in der Welt verkörpern. Auch in jedem von uns gibt es den Tyrannen und den Weisen. Es kann in der Welt nur besser werden, wenn die Stimmen der Weisen lauter und die der Tyrannen schwächer werden.

Der Gottesdienst wurde kreativ gestaltet, war aber deutlich auch christkatholisch. So trugen zum Beispiel alle vier Pfarrpersonen ein Messgewand. So wurde sichtbar, dass alle vier jetzt gleichwertig zuständig sind für die neue Kirchgemeinde.

In seinem Grusswort dankte Bischof Frank auch im Namen des ebenfalls anwesenden Synodalratspräsidenten, Franz Murbach, und des Synodalrats allen, die diesen Weg begleitet und ermöglicht haben. Er hielt fest, dass die Kirche nicht an Strukturen um ihrer selbst willen glaubt, sondern an Christus, der zur Einheit ruft. Diese Einheit geschieht nicht automatisch. Sie wächst dort, wo Menschen sie wirklich wollen und bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Er sprach die Hoffnung aus, dass die neue Kirchgemeinde Fricktal aus dieser Quelle lebt: Mit mehr gemeinsamer Kraft, mit einem gestärkten Wir-Gefühl und mit einer guten, dichten Seelsorge und Gottesdienstpraxis im ganzen Fricktal. Für ihn und für den Synodalrat sei das Fricktal ein Leuchtturm für die Christkatholische Kirche.

Landeskirchenratspräsident Ernst Blust, erzählte über die juristische Hürde, die vor dem Zusammenschluss genommen werden musste, und zeigte sich dankbar und erfreut, dass es gelungen ist, die neue Kirchgemeinde in neun Monaten aus der Taufe zu heben.

Nach der Feier stand ein grosser Apéro parat, an dem die Getränke begleitet wurden von Wurst und Brot, danach ein reichhaltiges Dessertbuffet mit den feinsten kleinen Chüechli. Ein Organisationskomitee aus allen bisherigen fünf Kirchgemeinden hatte alles wunderbar geplant und viele freiwillige Helferinnen und Helfer sorgten sich um einen rundum gelungenen Anlass. Zahlreiche Gäste trugen einen Wunsch oder Gedanken in das Gästebuch ein und unterhielten sich lange und intensiv in guter und fröhlicher Atmosphäre.

Eine nette Gruppenaktivität bestand daraus, kleine Puzzleteile, die vor dem Gottesdienst ausgeteilt waren, nun wieder zusammenzufügen. Auch hier entstand ein Schaubild von der neuen Fricktaler Kirchgemeinde. So wurde klar, dass alle dazu gehören und dass ein Ganzes nur entstehen kann, wenn viele mitmachen.

Diese Puzzles mit jeweils 200 Teile ist zu kaufen. Wer Interesse hat kann sich melden bei hannah.audebert@christkatholisch.ch.

So gingen alle wieder auseinander, ermutigt für die gemeinsame Zukunft.

Peter Feenstra