Was mir den Himmel aufschliesst …

Du kleine Primel nach frostiger Kälte,gefunden im Versteckbraun-herbstlichen Laubs,– du schliesst mir den Himmel auf.Und immer die klar-freie Wahrheit. Frohe Gelassenheit in panischen Zeiten,wütende Hektik befriedendund den haltlosen Hochmut,– du schliesst mir den Himmel auf.Und immer die klar-freie Wahrheit. Mut weiterlesen…

Im Dämmern des Morgens

Tot. Ausgelebt. Zerschlagen.Von Schergen und Henkern.Erstarrt sinkt ins Grab,der Lahme heilte,Blinde sehen liess,Sklaven befreite. Beweint und betrauertvon Wenigen, Treuen:Der Mutter gebrochenen Herzens.Dem liebsten Freund.Dem Weltweisen von Arimathäa.Dem dunkelfragenden Nikodemus. Und schon liegt bereitder schwerlastende Deckel,den steinernen Mundendlich zu schliessen,zu begraben, weiterlesen…

Was Fasten kann

Kein mutwilliges Quälen.Keine Selbsterniedrigung.Nicht plagen, nicht martern,nicht verbittern.Fasten will all das nicht!Leid gibt es schon mehr alsgenug! Sich hingeben, versenken,verlieren und fühlen.Hände sammelndie zerstreuende Seele.Mit tiefen Blicken Eigenesschauen.Zeit schaffen fürs Ahnen. Einfach bei sich sein.In sich daheim:Schönheit leuchtet in Dirohne weiterlesen…

Auf den Flügeln des Morgenrots

Nicht erdschwer verhockt,nicht der Scholle des Gewohnten verhaftet,nicht verklebt mit Erwartungen anderer,nicht verfangen in Gespinsten der Angst,nicht verstrickt im Dunkel der Schuld. Nein, frei mit den Schwingen der Seele.Frei, auf den Flügeln des Morgenrots.Frei, zum Schweben und Fliegen.Frei im schwerlosen weiterlesen…

Sterben

Wie ein Apfelbaumim rot-goldenen Licht,am Abendzugemessener Zeit. Wie ein Apfelbaumbei fortschreitendem Herbst,das Blattwerk schütter,verloren und bunt. Wie ein Apfelbaum,abgeworfen die Früchtebis auf die wenigen, geheimen,die nie jemand fand. Wie ein Apfelbaum,der feststeht,doch krumm gewachsen,schief-schräger Stamm. Wie ein Apfelbaumim dämmernden Herbstlichtmöchte weiterlesen…